Wegen Hambacher Forst: Polizei-Einsätze gegen Libanesen-Clans blieben aus

Junge Freiheit

ESSEN. Durch den wochenlangen Einsatz im Hambacher Forst fehlten an anderen Stellen Polizisten. Die Sicherheitskräfte in Essen hätten in dieser Zeit wegen fehlenden Personals ihren Kampf gegen kriminelle Libanesen-Clans weitgehend eingestellt, berichtet das Nachrichtenportal der Westen unter Berufung auf Polizeikreise.

Heiko Müller, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Essen, sagte: „Es gab eine Anweisung aus dem NRW-Innenministerium, auf Polizeiaktionen weitestgehend zu verzichten.“ Viele Beamte hätten sich gefragt, warum sie den Einsatz im Hambacher Forst machen müßten, während in der eigenen Stadt viel zu tun sei. Peter Elke, Sprecher der Essener Polizei, räumte ein: „Natürlich mußte auch viel Arbeit liegen bleiben.“

Das Innenministerium widersprach dem. Es habe auch in dieser Zeit Einsätze gegen die Clans gegeben.

Polizisten waren 380.000 Stunden im Einsatz

Die Räumung der Protestcamps von militanten Braunkohle-Gegnern im Hambacher Forst war einer der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Zwischen dem 13. September und dem 8. Oktober waren dort rund 31.000 Polizisten eingesetzt worden, bilanzierte Innenminister Herbert Reul (CDU). Die Polizei-Hundertschaften haben demnach 380.000 Arbeitsstunden geleistet.

Angaben zu den entstandenen Kosten werde es nicht geben. Das sei unüblich und führe dazu, daß auf jeder Demonstration oder jedem Karnevalsumzug künftig „ein Preisschild“ klebe, sagte Reul laut WDR. (ag)

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