Meuthen verurteilt Gedeon-Aussagen zu „Juden in der AfD“

Junge Freiheit

BERLIN. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat die Äußerungen des Parteimitglieds Wolfgang Gedeon zur neugegründeten Arbeitsgemeinschaft „Juden in der AfD“ scharf verurteilt. „Die neuesten Äußerungen des Herrn Gedeon zur Gründung unserer Interessengemeinschaft ‘Juden in der AfD’ sind nur ein weiterer Beleg dafür, wes Geistes Kind dieser Mann ist, und warum er mit seinen Ansichten in der AfD komplett isoliert dasteht und keinerlei Parteifunktionen oder Fraktionszugehörigkeit mehr hat“, sagte Meuthen der JUNGEN FREIHEIT. Es sei bedauerlich, „daß es bisher nicht gelungen ist, seine Parteimitgliedschaft gänzlich zu beenden“.

Gedeon hatte auf Facebook den Zusammenschluß scharf kritisiert. „Im günstigsten Fall ist diese Gründung überflüssig wie ein Kropf, im ungünstigsten Fall handelt es sich um eine zionistische Lobbyorganisation, die den Interessen Deutschlands und der Deutschen zuwider läuft.“

Rottmann: Räpple weiß nicht, wovon er redet

Sein Abgeordnetenkollege Stefan Räpple, der anders als der ausgeschlossene Gedeon noch Mitglied der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg ist, pflichtete ihm bei. „Ich stehe voll und ganz hinter den Äußerungen von Herrn Gedeon“, sagte Räpple der Welt. Es könne nicht darum gehen, in der AfD immer neue Partikularinteressen zu verfolgen.

Er fügte hinzu: „Die zionistische Ideologie, also die Durchsetzung israelischer Interessen auf deutschem Boden, lehne ich ab. Es geht mir um deutsche Interessen, nicht um israelische.“ Über seine Beziehung zu Gedeon sagte der AfD-Parlamentarier: „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, und ich würde mir wünschen, daß Wolfgang Gedeon einen Antrag auf Wiederaufnahme in die AfD-Landtagsfraktion stellt.“

An Räpples Einlassungen gibt es aber nun auch Kritik aus seiner eigenen Fraktion. „Die Stellungnahme von Stefan Räpple zeigt zum wiederholten Male seine mangelnde Kenntnis und Sensibilität zum Thema Israel und Juden in Deutschland“, sagte der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Rottmann der JF. Den Schutz der jüdischen Minderheit in Deutschland als Partikularinteresse zu bezeichnen, lege den Verdacht nahe, „daß Räpple mal wieder nicht weiß, wovon er redet“.

Zeichen dafür, daß sich Juden in der AfD heimisch fühlen

Offensichtlich sei ihm auch nicht bewußt, „daß Juden in der AfD nicht nur die besten Verbündeten im Kampf gegen Antisemitismus, sondern auch gegen Islamismus sind“. Für sich selbst stellt Rottmann klar: „Als Christ und Landtagsabgeordneter begrüße ich die Gründung der Vereinigung  ‘Juden in der AfD’ ausdrücklich.“ Er sei überzeugt, „daß diese Gründung ein Zeichen dafür ist, daß Juden sich in der AfD heimisch fühlen“.

Der Publizist und AfD-Politiker Nicolaus Fest konzentrierte seine Kritik ebenso wie Meuthen auf Gedeon. „Leute, die an Rassentheorien oder zionistische Verschwörungen glauben“, paßten nicht zur AfD, sagte Fest der JF. „Es war ein Fehler Frauke Petrys, den Parteiausschluß gegen Herrn Gedeon nicht mitgetragen zu haben; und es war und ist auch ein Fehler all jener, die ihn damals oder heute stützen.“ (tb)

Weiterlesen