Wegen Corona-Maßnahmen: Bereits mehr als 900.000 Operationen verschoben oder abgesagt

Der Stau an medizinischen Behandlungen und Operationen in Deutschland hat exorbitante Ausmaße angenommen. Seit Beginn der Corona-Maßnahmen sind rund 908.000 Operationen abgesagt oder verschoben worden, darunter auch 52.000 Krebsoperationen, wie die »Welt« und »Welt am Sonntag« berichteten. Das sind prozentual gesehen 85 Prozent aller geplanten Operationen und 24 Prozent aller Krebsoperationen in Deutschland.
Der Grund: Die Betten der Intensiv-Stationen sollten für die Corona-Welle freigehalten werden, damit Patienten mit schweren Verläufen aufgenommen werden können. Doch die befürchtete riesige Welle blieb aus. Viele Betten blieben leer.
Mittlerweile versuchen zwar die Krankenhäuser wieder Schritt für Schritt auf den Normalbetrieb umzuschalten. Doch der Stau der nötigen Operationen und Behandlungen lässt sich so schnell nicht abbauen.
Ins Ausland auszuweichen hilft in diesem Falle nicht. Die meisten anderen europäischen Staaten haben ähnliche Zahlen. Weltweit gibt es einen Stau von zig Millionen Operationen. In der Geschichte der Nachkriegszeit hat es in Europa nichts Vergleichbares gegeben.
Die Mehrkosten für die Krankenkassen werden in Deutschland auf circa fünf Milliarden Euro geschätzt.

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