Rot-Rot-Grüner Senat schließt Tegel zum 15. Juni

Die Fluggastzahlen sind weltweit eingebrochen, da machen die beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel keine Ausnahme. Statt 70.000 Fluggäste und mehr pro Tag allein in Tegel bewegen sich derzeit nicht einmal 2.000 Passagiere – auf beiden Flughäfen zusammen. Für den rot-rot-günen Berliner Senat scheint diese Gelegenheit günstig, um den lange gehegten Traum von der Schließung des Otto-Lilienthal-Flughafens in Tegel umzusetzen. Die zurückgehenden Zahlen der Flugreisenden in den Zeiten der Corona-Bestimmungen werden vorgeschoben, zudem wird mit dünnen Begründungen den Beobachtern Sand in die Augen zu streuen versucht. Da wird von einer »vorüberghenden« Schließung gesprochen, doch sogar die Regierungsflüge werden nach dem 15. Juni von Tegel nach Schönefeld verlegt.
Rot-Rot-Grün in Berlin lässt sich feiern, umgeht man doch so den in einem Volksentscheid 2017 ganz klar ausgedrückten Willen der Berliner Bevölkerung, dass Tegel auch nach der Eröffnung des BER parallel dazu weitergeführt werden soll. Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, hat nach Bekanntgabe des Ergebnis des Volksentscheids damals schon sein ganz besonderes Demokratieverständnis unter Beweis gestellt, als er den klar ausgedrückten Willen der Bürger als für ihn nicht bindend bezeichnete.
Der vom rot-rot-grünen Senat als Flughafenchef installierte Engelbert Lütke-Daldrup, zuvor schon bei anderen SPD-Regierungen in anderen Funktionen installiert, beeilt sich, die Entcheidung zur Schließung zu verteidigen. Angeblich aus wirtschaftlichen Gründen sie ein Weiterbetrieb an beiden Flughäfen derzeit nicht rentabel. Er sei skeptisch, dass Tegel nach der vorübergehenden Schließung noch einmal ans Netz gehe. Stattdessen gebe es Überlegungen, den BER sogar noch vor dem 31. Oktober in Betrieb zu nehmen.