Frank-Walter schreibt einen Aufsatz

Ein Interview mit dem Schöngeist von Schloss Bellevue ist so ergiebig wie die Befragung einer Mumie, vielleicht hat sich die systemrelevante Prantlzeitung aus Ost-München deshalb entschlossen, den Frank-Walter einfach selber einen Aufsatz schreiben zu lassen. Thema: Irgendwas über Verschwörungstheoretiker und wie Frau Dr. Merkel Corona besiegte. Ach, und vielleicht noch ein paar Zeilen über den Geburtstag vom Grundgesetz am Samstag. Kein Problem. Hm. Wo stehen wir? Ist die Infektionskurve abgeflacht? Schätzungsweise ja. Also was machen wir daraus? Vielleicht das: Dass die Infektionskurve abgeflacht werden konnte, sei ein „gesamtgesellschaftlicher Kraftakt“, den wir als verantwortungsbewusste Bürger leisteten – ohne dass „eine eiserne Hand uns dazu zwingt“. Ja, so geht’s. Wir haben das zusammen geschafft. Und Strafbefehle über bis zu 5.000 Euro für den, der die Maske nicht trägt, obwohl der Weltärztepräsident und das RKI sagten, Maske ist Mumpitz, kann man ja wohl nicht als eiserne Hand bezeichnen. Ordnung muss sein, das sagt sogar Frank-Walter als Spezialdemokrat. So, jetzt schnell zu den Brunnenvergiftern. Einige Menschen versuchten in die Debatten „ihre vergifteten Ideen“ zu bringen, „um Zweifel am Sinn und der Rechtmäßigkeit demokratischer Verfahren zu säen“. Sehr gut. Wir alle gegen „einige Menschen“. Vielleicht noch ein Satz zu den vergifteten Ideen? Besser nicht, da bleiben wir lieber im Ungefähren: Gewählte Politiker, seriöse Journalisten und wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren, sei „nichts weniger als ein Angriff auf unsere Demokratie“. Gewählte Politiker? Das rutscht ihm jetzt ein wenig aus der eisernen Hand. AfD-Politiker sind ja auch gewählt, die wird man aber doch wohl trotzdem diskreditieren dürfen! In Frank-Walters Karriere waren Wahlen gottseidank […]