CDU-Abgeordneter kritisiert Chemnitz-Berichterstattung

Junge Freiheit

CHEMNITZ. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich aus Chemnitz hat eine verallgemeinernde Berichterstattung über die Ereignisse in seiner Stadt beklagt. „Das Wort Hetzjagd wurde recht schnell gebraucht und verbreitet“, sagte Heinrich Focus Online und kritisierte damit auch Regierungssprecher Steffen Seibert, ohne diesen beim Namen zu nennen.

Dabei müsse man gerade mit solchen Begriffen vorsichtig umgehen. Auch die Medien nahm Heinrich in die Pflicht. „50 bis 100 Hooligans haben zu einer Demo aufgerufen, und daraus wurden dann plötzlich 800 gewaltbereite Demonstranten gemacht. Da muß differenziert werden.“ Auch Heinrichs Fraktionskollege Alexander Krauß hatte zuvor gegenüber der JUNGEN FREIHEIT eine differenziertere Sicht auf die Ereignisse angemahnt.

Scharfe Kritik an AfD-Demonstranten

Nicht jeder, der bei der fraglichen Kundgebung mitgelaufen sei, sei gewaltbereit oder ein „Nazi“. Auch könne er sich gut vorstellen, „daß die Menschen weiter hinten nicht gesehen haben, was vorne passiert ist“.

Im ersten Moment sei es vielleicht schwer zu erkennen gewesen, daß es den Hitlergruß und Ausschreitungen gab, aber: „Hinterher müssen sich die Leute davon distanzieren und dürfen das nächste Mal dann nicht mehr mitlaufen.“

Im Interview mit dem christlichen Medienmagazin Pro hatte sich Heinrich zuvor weniger verständnisvoll geäußert. Man müsse den Leuten übelnehmen, „daß sie sich nicht besser informiert haben und damit die Rechten unterstützt haben“. Zudem hatte er gemahnt: „Wir müssen in Sachsen besonders genau hingucken.“ Keinerlei Nachsicht hat Heinrich dagegen für Teilnehmer der AfD-Demonstration. Wer dort mitgelaufen sei, habe „große Schwierigkeiten, das zu erklären und zu rechtfertigen“, so Heinrich. (tb)

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