Nächstenliebe ist für die „nächsten“, nicht für alle Welt

In etablierten Meiden umgibt sie oft die Aura moderner Heiliger. Menschen, die für das vermeintliche Recht von Migranten aus aller Welt eintreten, sich auf europäischem Festland niederzulassen. Juristische Terminologie verkommt dabei ebenso zur Nebensächlichkeit wie ihre Auffassung darüber, was ein „Flüchtling“ eigentlich ist.

In utopischem Größenwahn wurden individuelle Moralvorstellungen über die staatliche Ordnung gestellt. Zynischer Weise wurde gerade im Dienste dieser organisierten Überfremdung an das christliche Fundament Europas appelliert. Diesem Ansinnen hat Ulrich Körtner differenziert aber bestimmt widersprochen.

Körtner formulierte keine ethische Geringschätzung gegenüber jenen, die nach bestem Wissen und Gewissen helfen wollen. Jedoch mahnte er ein, die offensichtlichen „Pull-Faktoren“ zu berücksichtigen. Gut handeln zu wollen ist die eine Sache, sich gezielt von Schleppern instrumentalisieren zu lassen eine andere.

Menschen aus ganz Afrika werden ermutigt, perfide Wetten auf das eigene Leben einzugehen. Wer nicht mitmacht steht auf einmal da, als wäre er einfach zu inaktiv. Als würde er seine Chance auf den Platz im Paradies nicht nützen. Notwendig ist daher eine Rückkehr zur rechtlichen Ordnung: Seenotrettung ist eine Angelegenheit der Küstenwachen.

Moderator Tarek Leitner hakte an diesem Punkt ein und wollte wissen, ob es nicht gerade der christlichen Ethik entspreche, in jeder Situation zu helfen. Ungeachtet eventueller Folgen. Körtner entgegnet:

„Wir werden nicht allen helfen können, indem wir sie nach Europa holen. […] Und da hilft es nicht, immer auf das Gebot der Nächstenliebe zu verweisen. […] Im historischen Kontext bezieht sich das auf christliche Gemeinden und nicht auf alle Welt.“

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