Kaltes Wasser auf heiße Klimamodelle

Mein vorheriger Artikel mit dem Titel „CLINTEL Manifesto blasts climate scaremongering“ enthält unter Anderem die höchst bedeutende Graphik, welche eine dramatische Divergenz der IPCC-Klimamodell-Prophezeiungen von den Temperaturmessungen via Satellit zeigen. Die Modelle laufen heißer als die Wirklichkeit. Siehe hier.

Es gibt jedoch ein wesentliches Modell, mit welchem die Satellitenmessungen übereinstimmen, und zwar das russische Modell. Der Grund dafür ist einfach, wenngleich fundiert. Der Präsident von CLINTEL Guus Berkhout erklärt es so: „Ich habe das russische Klimamodell INM untersucht. Anders als die IPCC-Modelle passen die Prognosen des russischen INM-Modells bemerkenswert gut zu den Messungen. Eine plausible Erklärung dafür ist, dass eine negative Wolken-Rückkopplung darin eingeht: -0,13 W/m² pro Grad Celsius,während die IPCC-Modelle von einer großen positiven Wolken-Rückkopplung ausgehen: bis zu 0,80 W/m² pro Grad Celsius. Diese große positive Wolken-Rückkopplung ist verantwortlich für die Katastrophen-Prophezeiungen des IPCC“.

Die Physik hinter dieser Erklärung ist ziemlich einfach. Erwärmung führt zu mehr Wasserdampf in der Luft, was zu verstärkter Wolkenbildung führt. Wolken können die Erwärmung entweder zunehmen (positive Rückkopplung) oder abnehmen lassen (negative Rückkopplung). Die wissenschaftliche Frage lautet: was gilt? Die Russen finden, dass die Rückkopplung negativ ist. Die Messungen stützen diesen Befund.

CLINTEL ist ein internationaler Klima-Ratgeber, weshalb es sinnvoll ist, dass man dort diese Ergebnisse genau unter die Lupe nimmt. Die CLINTEL-Vision lautet: „Fortschritt erfordert Redefreiheit und die Freiheit wissenschaftlicher Forschungen“. Tatsächlich ist Prof. Berkhout offiziell von der russischen Akademie der Wissenschaften eingeladen worden, um mehr über das INM-Modell zu erfahren und die Klima-Version von CLINTEL zu teilen.

Anders als die Modellierer in den USA und in Europa wurden die russischen Modellierer nicht von den Alarmisten vereinnahmt. Dies hat ihnen die Freiheit gegeben, die Option der negativen Rückkopplung zu erkunden, was die Alarmisten strikt abgelehnt haben – bisher zumindest.

Aber selbst innerhalb der Alarmisten-Gemeinschaft ist eine vielversprechende Entwicklung erkennbar, ist doch dort ein großer Kampf ausgebrochen bzgl. der Wolken-Rückkopplungen. Beim IPCC ist man derzeit am Abfassen des jüngsten großen Klima-Zustandsberichtes AR 6. Die meisten der alarmistischen Klimamodelle laufen, um in diesen Bericht einzugehen.

Dieses Mal erleben wir, dass im AR 6 etwa die Hälfte dieser Modelle noch heißer läuft als es im AR 5 der Fall war. Obwohl der Begutachtungsprozess noch nicht beendet ist, scheint es so, als ob die AR 6-Modellierer die positive Wolken-Rückkopplung noch aufgemotzt haben. Wir können keinerlei neue Wissenschaft erkennen, welche diese Übertreibung stützen würde. Hat man es gemacht, um den politischen Schub hin zu einer radikalen Null-Kohlenstoff-Gesetzgebung zu unterstützen? Je heißer das Modell umso schlimmer die prophezeite Katastrophe ob des Verbrauchs fossiler Treibstoffe, damit ein noch höheres Niveau der Panik gerechtfertigt werden kann.

Viele Leute innerhalb der Klima-Gemeinschaft hinterfragen diese gesteigerte globale Erwärmung in den Modellergebnissen des AR 6. Einmal zeigt dies, dass mindestens die Hälfte aller dieser Modelle falsch ist – entweder die Hälfte, die nicht heißer gelaufen ist (und das gleiche Panik-Niveau wie im AR 5 prophezeit) oder die Hälfte der Modelle, die heißer gelaufen ist (und damit ein noch höheres Panik-Niveau wie im AR679 prophezeit hat).

Eine höhere positive Wolken-Rückkopplung mag nicht alle Inkonsistenzen lösen, aber wir können sicher feststellen, dass es eine höchst unwahrscheinliche Hypothese auf Modelliererseite ist. Keine Wissenschaft erzwingt diese Wahl, und Messungen deuten stark gegen diese Hypothese. Dies öffnet die Tür für die empirisch bestätigten russischen Ergebnisse, welche das gesamte Katastrophen-Narrativ des AR 5 und noch mehr dasjenige des AR 6 in Frage stellen.

Prof. Berkhout drückt es prägnant so aus: „Falls die Russen recht haben, ist das Kohlenstoff-Budget sehr, sehr groß – also die Menge Kohlenstoff, welche die Menschheit emittieren kann, bevor das Limit der Erwärmung um 1,5°C bzw. 2°C erreicht wird. Mit anderen Worten, es gibt kein Problem mit fortgesetzten CO2-Emissionen, bis wir eine technologisch zuverlässige und ökonomisch sich rechnende Alternative haben. Das Anstreben von Null-Emissionen bis zum Jahre 2050 ist total töricht. Hinsichtlich des gegenwärtigen Gesundheits-Notstandes ist es ein Verbrechen gegen die Menschheit“.

Es ist eine Ironie, dass die „blauer Himmel“-Phantasie des Klima-Alarmismus‘ durch Wolken zurück zum Boden gebracht werden könnte. Negative Rückkopplung ist eine wahrhaft positive Meldung.

Es wird spannend sein zu sehen, wie sich dieses Drama entfaltet.

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/ Available for confidential research and consulting

Link: https://www.cfact.org/2020/04/03/throwing-cold-water-on-hot-climate-models/

Übersetzt von Chris Frey EIKE