15.000 Tests pro Tag? Von wegen

BERICHT. Laut Gesundheitsministerium ist es bei einem Bruchteil des Zielwerts geblieben.

Österreich lockert die Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, ob es aber auch alle möglichen Begleitmaßnahmen eingeleitet hat, ist fraglich. Zweifel diesbezüglich nährt nicht nur Martin Sprenger, Public-Health-Experte und Mitglied des Expertenstabs des Gesundheitsministeriums mit seinen Aussagen in einem sehr langen, aber sehr lesenswerten Addendum-Interview, sondern auch folgendes: Es gibt weiterhin viel weniger Testungen, als Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor zweieinhalb Wochen vorgegeben hat.

Die Zahlen sind der Website des Gesundheitsministeriums zu entnehmen. Wobei es am 2. April ja einen Hoffnungsschimmer gegeben hat. Die Zahl der Testungen wurde von 56.000 auf 92.190 nach oben revidiert. Es seien nicht alle umgehend gemeldet worden, hieß es. Allein: Zu einer nachhaltigen Trendwende ist es nicht gekommen.

In den 24 Stunden bis 3. April, 9.30 Uhr, gab es österreichweit 6155 Testungen. In der Folge handelte es sich um 5791 und dann – möglicherweise wochenendbedingt – gar nur um 4282 und 2880. Von Montag auf Dienstag, 7. April, waren es zumindest wieder 3939.

Die geringe Zahl der Testungen kann ein gutes und ein schlechtes Zeichen zugleich sein: Zum einen gibt es wahrscheinlich weniger offensichtliche Anlassfälle. Zum anderen wird aber weiterhin nicht durchgetestet, um auch Infektionen feststellen zu können, die den Betroffenen selbst gar nicht bewusst sind, weil es bei ihnen einen extrem milden Krankheitsverlauf gibt.

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