Brandenburgs CDU-Chef denkt über Bündnis mit Linkspartei nach

Junge Freiheit

POTSDAM. Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben hat sich offen für Koalitionsgespräche mit der Linkpartei nach der Landtagswahl 2019 gezeigt. „Wie lange wollen wir eigentlich noch nach dem Fall der Mauer beschließen, daß wir auf keinen Fall mit der Linken zusammenarbeiten können, 100 Jahre? Fast 30 sind schon um. Auf der kommunalen Ebene tun wir es längst“, sagte Senftleben der Rheinischen Post.

Er wolle kein Tabubrecher oder Revolutionär sein, erläuterte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag. „Aber auch wenn es auf CDU-Bundesebene Vereinbarungen gibt, daß wir weder mit der Linken noch mit der AfD reden, werde ich für Brandenburg diesen Weg gehen.“

Für die AfD gelte dies jedoch nicht, so lange Landeschef Andreas Kalbitz an deren Spitze stehe. Dieser habe laut Senftleben eine „klare Nähe zu rechtsextremen Strukturen“. Zu ihm kämen immer wieder Bürger, die ihm sagten, es sei ihnen egal, wer mit wem regiere, sagte der CDU-Politiker. Entscheidend sei für diese nur, daß ihre Probleme gelöst würden.

„Politische Farbenlehre erweitern“

Senftleben hatte bereits im April über ein mögliches Bündnis mit der Linkspartei spekuliert. Die CDU in Brandenburg sei bereit, „die politische Farbenlehre zu erweitern und über Grenzen hinweg zu denken“. Damals beeilte sich CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, zu versichern, daß Senftlebens Äußerungen nicht der Ansicht der CDU-Spitze entsprächen.

„Das ist nicht die Auffassung des Konrad-Adenauer-Hauses und der anderen ostdeutschen Landesverbände. Wir lehnen eine Zusammenarbeit mit Linken und AfD klar ab. Es ist wichtig, deutlich zu machen, wofür man steht und wofür nicht.“ Dem erwiderte Senftleben nun: „Wenn Westdeutsche versuchen, Ostdeutschen vorzuschreiben, was sie zu denken haben, reagieren wir sensibel.“ (krk)

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