„Fridays-for-Future“-Bewegung und PandemieNeubauer: Aus Coronakrise für Klimakrise lernen

BERLIN. Die deutsche „Fridays-for-Future“-Sprecherin Luisa Neubauer hat die Coronapandemie als Chance zur Bewältigung der Klimakrise bewertet. „Im besten Falle machen wir diese Krisenerfahrung zu einer Krisenbewältigungserfahrung und konservieren diese Erfahrungen für die Klimakrise“, sagte sie der Frankfurter Rundschau. Das könne in all dem Chaos, all dem Leid und der Belastung ein zarter Hoffnungsschimmer sein.

Trotz der derzeitigen Konzentration auf die Coronakrise bleibe auch die Klimakrise bestehen. „Auch wenn wir alle mit den Gedanken gerade woanders sind, wird der Amazonas dieses Jahr brennen, wird es Überschwemmungen und Extremwetter geben“, warnte Neubauer. „Wir werden als Gesellschaft und als Menschheit ganz schön wachsen müssen an dieser doppelten Herausforderung.“ Nun habe eben nicht mehr nur der Planet Fieber, sondern die Menschen auch.

Klimaschützer bräuchten „auch politische Regenerationszeit“ 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen und des öffentlichen Kontaktverbots zur Eindämmung der Coronapandemie müsse auch die „Fridays-for-Future“-Bewegung neue Wege gehen. Zunächst seien alle weiteren Klimastreiks abgesagt, so Neubauer. Es gelte nun, Ressourcen und Erfahrungen wirkungsvoll einzusetzen und „klugen politischen Protest zu organisieren, wenn die Zeit dafür reif ist“. Es gebe keinen Anlaß zu verzagen. Sie finde es sehr wichtig, „auch politische Regenerationszeit“ einzuplanen, erläuterte Neubauer.

Der Protest der Klimabewegung müsse in eine Erzählung eingebettet werden, um weiter zu mobilisieren, zeigte sich die Klimaschützerin überzeugt. „Wir haben eine große, unfaßbar starke politische Masse in Deutschland, die bereit ist, sich zur Wehr zu setzen gegen rechts außen oder die Klimakrise oder jetzt auch gegen diese Pandemie.“ (ag)