Coronakrise: Rekordarbeitslosigkeit sucht Österreich heim

Infolge der gegenwärtigen Krisensituation stieg die nationale Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um über die Hälfte auf über 12 Prozent an. So groß war die Zahl der Beschäftigungslosen seit 1946 nicht mehr.

Wien. – Wie der ORF unter Berufung auf Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) berichtet, waren mit Ende März  562.522 Personen zur Arbeitssuche gemeldet. Dies bedeutet einen Anstieg von etwa 193.000 Arbeitslosen bzw. Schulungsteilnehmern, auch auf die Statistik gerechnet bedeutet der Anstieg von 4,7 Prozentpunkten auf 12,2 Prozent das erste Mal, dass die magische 10-Prozent-Marke überschritten wurde.

In Tirol beinahe Verdreifachung der Arbeitslosen

Besonders stark betroffen sind vor allem die Bundesländer Tirol (plus 174 Prozent) und Salzburg (plus 112 Prozent), überdurchschnittlich stark wuchsen die Zahlen auch die Steiermark (plus 72 Prozent), in Vorarlberg sowie Kärnten (plus 59 bzw. 58 Prozent) an. Österreich liegt mit einem Anstieg von 53 Prozent fast exakt im Mittel (52,2 Prozent), im Burgenland (plus 47 Prozent) sowie in der Bundeshauptstadt Wien (plus 31 Prozent) hielten sich die Auswirkungen in Grenzen.

Dass die Unterschiede derart eklatant waren, liegt auch an den am meisten betroffenen Branchen. Gerade die inneralpinen Bundesländer setzen in ihrer Wirtschaftsleistung besonders auf die quasi über Nacht weggebrochenen Branchen Tourismus und Gastronomie. Dort ist der Anstieg nach Branche mit 145 Prozent am höchsten. Aber auch das Baugewerbe (plus 95 Prozent) sowie Verkehr und Lagerwirtschaft vermeldeten mit plus 84 Prozent enorme Anstiege.

Viertelmillion Österreicher in Kurzarbeit

Dass die Zahl nicht noch höher ist, liegt auch an der Vielzahl an Kurzarbeit-Anträgen. Insgesamt 12.596 Betriebe meldeten laut Salzburg24 eine gute Viertelmillion Beschäftigte für dieses Modell an. Ob sich diese Zahlen noch verschlimmern, dürfte auch an der Effektivität der Wirtschaftshilfen liegen. So sorgten gerade bei der neu geschaffenen Soforthilfe zuletzt Server-Überlastungen und komplizierte Bürokratiehürden für Unmut. Die türkis-grüne Regierung verdoppelte den Fonds erneut auf ein Volumen von mittlerweile insgesamt 2 Milliarden Euro.

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