Schmähungen und Wissenschafts-Leugnung der New York Times

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Manchmal erfasst eine Story perfekt den Kern einer politischen Bewegung, so wie hier in der New York Times (welche sich absurderweise immer noch die „Rekord-Zeitung“ Amerikas nennt): „A Trump Insider Embeds Climate Denial in Scientific Research“ [etwa: „Ein Trump-Insider bringt Klima-Leugnung in die wissenschaftliche Forschung“]. Als Autorin zeichnet eine Hiroko Tabuchi. Hier zeigt sich auf perfekte Weise, wie „Nachrichten“ zu linksextremer Propaganda geworden sind. Wie Schmähungen an die Stelle ordentlicher Diskussionen getreten sind. Und wie die Leugnung der Wissenschaft seitens der Extremisten die Arbeit klimawissenschaftlicher Institutionen ersetzt hat wie etwa IPCC und NOAA. Das ist der Grund, warum wir gegenüber der Welt so ignorant sind: Wir lesen die Zeitung! Kip Hansen hat dies erstmalig hier beschrieben.

Tabuchi nennt diesen „Insider“ beim Namen: Indur M. Goklany, ein „lange Zeit im Innenministerium Beschäftigter, welcher im Jahre 2017 zum Start der Trump-Regierung als stellvertretender Sekretär in das Amt berufen worden ist“.

Sie lehnt es ab zu erwähnen, dass seine tatsächliche Amtsbezeichnung nicht so gewaltig daherkommt: „Assistenz-Direktor der Politik bzgl. Wissenschaft und Technologie im Office of Policy Analysis. Dieses wiederum ist eine der sechs Abteilungen des Office of Policy & Environmental Management, welches eines der sieben Büros des Office of Policy, Management, and Budget ist. Das nun wieder ist eine der elf Abteilungen im Büro des Sekretärs, dieses eine der 17 operativen Einheiten des Innenministeriums (10 bureaus und 7 Offices)* und dies wiederum eines von 15 Agenturen auf Kabinett-Ebene. Und das sind die größten Komponenten (wenn auch nicht die Einzigen) der Exekutive.

[*Der Unterschied zwischen Bureau und Office ist mir unklar. Anm. d. Übers.]

Goklany ist ein Bürokrat mitten in einer gigantischen Maschine. Es ist einfach absurd, ihn einen „Insider“ zu nennen. Und das schreibt Tabuchi kaum dass sie ihren „Report“ angefangen hat.

Wer ist Indur M. Goklany?

Bevor wir uns näher mit Tabuchis Story befassen, wollen wir uns mit dem Thema derselben befassen. Goklany war „von Anfang an präsent“. Er repräsentierte die USA bei den Verhandlungen, die zum Framework Convention on Climate Change der UN (UNFCCC) führten. Er war einer der neun Repräsentanten der US-Regierung in der Arbeitsgruppe III des AR 1 des IPCC (1990). Er hat drei Bücher geschrieben und eine beeindruckend lange und umfassende Anzahl von Veröffentlichungen (darunter auch einige in begutachteten Journalen wie Science, Nature Biotechnology und dem Journal of Theoretical Biology). Sie stehen hier. Er hat einen H-index of 25 [?] (beeindruckend, ist dies doch nicht seine tägliche Arbeit).

Betrachtung der Vorwürfe

Tabuchi behauptet, dass Goklany Vieles gesagt hat. Im Hauptteil ihres Artikels gibt sie aber keine Zitate oder Beispiele an. Sie nennt auch keinerlei Quellen, aus denen sie ihre Informationen bezogen hat, ja sie beschreibt nicht einmal die Grundlage ihrer Behauptungen. Nur ein Zitat eines Außenstehenden wird genannt:

„Samuel Myers, welcher im Center for the Environment an der Harvard University die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährung untersucht hatte, sagte, die Sprache ,pickt sehr spezielle und isolierte Stücke der Wissenschaft heraus und versucht, diese in außerordentlich irreführender Manier zu verbreiten’“.

Myers ist Lehrbeauftragter bei Harvard und scheint ein Wissenschaftler der Gesundheitsvorsorge zu sein, welcher „die Konsequenzen großräumiger Umweltänderungen auf die menschliche Ernährung und Auswirkungen der Erzeugung von Nahrungsmitteln auf die Umwelt“ erforscht hat. Dass Myers Goklany nicht zustimmt, ist interessant, aber kaum bemerkenswert. In der Wissenschaft geht es immer um Nicht-Übereinstimmung.

Noch wichtiger in diesem Zusammenhang ist, dass Myers nicht sagte, ob er irgendeine seiner Schriften für das Innenministerium begutachtet hatte oder ob sich seine Bemerkung auf Veröffentlichungen Goklanys bezieht. Das stützt nicht gerade Tabuchis Behauptungen.

Danach geht Tabuchi auf einen anderen Artikel in der NYT über, worin sie ihrer Unzufriedenheit darüber Ausdruck verlieh, dass der Präsident bzgl. Klimawandel Dinge tue, welche die NYT nicht mag. In jenem Artikel wird Goklany nicht erwähnt.

Und schließlich ein paar Einzelheiten

Weiter unten in dem Artikel nennt Tabuchi Einzelheiten. Keine Zeitangaben, keine Titel, nichts was es einem Leser erlauben würde, dieses ausfällige Material zu finden.

„Die irreführende Sprache erscheint in Umweltstudien und beeinflusst Feststellungen bzgl. großer Wasserreservoire, darunter Stauseen in Kalifornien und Oregon. Das sind entscheidende Habitate für Lachse und andere Wildtiere“.

Dann zitiert Tabuchi jemand anderen, der sich ablehnend gegenüber Äußerungen Goklanys ausspricht. Hat sie versucht, jemanden zu finden, der ihm zustimmt? Sie zeigt dann ein Foto eines Auszugs aus einem Dokument. Vollkommen ohne jeden Zusammenhang, nennt sie doch keine Autoren, kein Erscheinungsdatum, keinen Titel oder keinen Zweck des Dokuments:

„Letztendlich können die zukünftigen Bedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder an einem bestimmten Ort angesichts des derzeitigen wissenschaftlichen Verständnisses der möglichen zukünftigen Bedingungen nicht genau bekannt sein. Ebenso ist es wichtig zu erkennen, dass die Risiken und Auswirkungen das Ergebnis {sic} von kollektiven Veränderungen an einem bestimmten Ort sind. Erwärmung und erhöhtes Kohlendioxid können die Wassernutzungseffizienz der Pflanzen erhöhen, die landwirtschaftliche Wachstumssaison verlängern, aber auch negative Auswirkungen auf die Schneedecke und die Wasserverfügbarkeit haben. Diese komplexen Wechselwirkungen unterstreichen die Bedeutung eines Planungsansatzes, der zukünftige Risiken für Wasserressourcensysteme auf der Grundlage einer Reihe plausibler zukünftiger Bedingungen identifiziert, und die Zusammenarbeit mit den Interessenvertretern, um Optionen zu bewerten, die die potenziellen Auswirkungen auf eine für alle Beteiligten am besten geeignete Weise minimieren.“*

[Dieser Abschnitt stammt ausnahmsweise von einer Übersetzungs-Maschine. Anm. d. Übers.]

Das sieht wie die Standard-Überprüfung aus, welche den meisten offiziellen Berichten eigen ist (und die alle Berichte enthalten sollten). Da dies im Zentrum ihrer Vorwürfe steht, wollen wir es unter die Lupe nehmen.

„ Letztendlich können die zukünftigen Bedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder an einem bestimmten Ort angesichts des derzeitigen wissenschaftlichen Verständnisses der möglichen zukünftigen Bedingungen nicht genau bekannt sein“.

Stimmt. Während einige globale Prognosen von Modellen eine gewisse Akkuratesse aufweisen (wenngleich immer noch debattiert), bleiben Prognosen in regionalem Maßstab problematisch. Da gibt es viel weniger Validierungen ihrer Güte.

„Ebenso ist es wichtig zu erkennen, dass die Risiken und Auswirkungen das Ergebnis von kollektiven Veränderungen an einem bestimmten Ort sind. Erwärmung und erhöhtes Kohlendioxid können die Wassernutzungseffizienz der Pflanzen erhöhen, die landwirtschaftliche Wachstumssaison verlängern, aber auch negative Auswirkungen auf die Schneedecke und die Wasserverfügbarkeit haben“.

Stimmt. Klimawandel bringt positive und negative Auswirkungen, und beide müssen für genaue Prognosen berücksichtigt werden.

„Diese komplexen Wechselwirkungen unterstreichen die Bedeutung eines Planungsansatzes, der zukünftige Risiken für Wasserressourcensysteme auf der Grundlage einer Reihe plausibler zukünftiger Bedingungen identifiziert, und die Zusammenarbeit mit den Interessenvertretern, um Optionen zu bewerten, die die potenziellen Auswirkungen auf eine für alle Beteiligten am besten geeignete Weise minimieren“.

Das ist die Konsens-Empfehlung der IPCC-Berichte und der großen Klima-Agenturen seit mindestens zwei Jahrzehnten. Sie erscheint in zahllosen Berichten. Dann fügt sie weitere Belege hinzu, die sie als schrecklich betrachtet:

„Die neuen Dokumente zeigen, dass Mr. Goklany bereits im September 2017, kaum dass er als stellvertretender Sekretär berufen worden war, damit begonnen hat, Klimawissenschaftlern nahezulegen, die Unsicherheiten bzgl. Klimawandel in die Berichte der Agentur einzufügen“.

Tabuchi sollte die IPPC-Berichte lesen. Jedes vorgestellte Ergebnis wird begleitet mit einer Feststellung des Vertrauens/der Unsicherheit: sehr niedrig, niedrig, mittel, hoch und sehr hoch. Das ist eine kluge Art und Weise und gute Wissenschaft. Das IPCC ist gut damit gefahren.

Dass Tabuchi diese Statements verwerflich findet zeigt, dass sie zutiefst ignorant ist hinsichtlich der drei Jahrzehnte Arbeit des IPCC und großer Klima-Agenturen – oder sie ist eine große Wissenschafts-Leugnerin.

Bürokratie! Politische Differenzen!

Dann enthüllt Tabuchi, dass einige Personen im Ministerium die Beförderung von Goklany nicht mochten. Als ob das etwas Außergewöhnliches wäre. Nun werden Beförderungen oftmals vom Jammern Anderer begleitet, besonders wo die Politik kontrovers ist. Menschen sind Politik. Beförderungen, die einen Bereich der Politik voranbringen, werden oftmals als übel und ignorant tituliert von jenen, die gegen diese Politik sind. So ist das Leben.

Dann zitiert sie viele Leute, welche sich aggressive politische Maßnahmen bzgl. Klimawandel wünschen. Sie drücken ihr Missfallen darüber aus, dass Goklany die Übernahme politischer Standards in die IPCC-Berichte und in andere Bereiche veranlasst hat (z. B. indem eindeutig die Unsicherheiten benannt werden). Dies wäre ihrem Anliegen nicht dienlich.

Conclusions

Nichts in Tabuchis Beiträgen stützt ihre Behauptungen über Goklany als „Klima-Leugner“. Vielmehr zeigen ihre eigenen Belege, dass die von ihr erwähnten Aspekte in bester Tradition des IPCC stehen und allgemein guter Praxis i Berichten der Regierung darstellen – und dass die von ihr erwähnten Objektionen auf politischen Differenzen basieren. Das ist ein erbärmliches Beispiel modernen Journalismus‘. Die NYT sollte einen umfassenden Widerruf veröffentlichen. Das wird die Zeitung aber vermutlich nicht tun, weil ihre Objektive Propaganda ist – und nicht Journalismus. Darum hat das Vertrauen der Amerikaner in Zeitungen von 38% im Jahre 1983 bis heute auf 23% abgenommen (hier).

Weitere Informationen:

  1. The Extinction Rebellion’s hysteria vs. climate science.
  2. Climate activists attack climate science.
  3. After 30 years of failed climate politics, let’s try science! – A proposal to break the policy gridlock.
  4. The guilty ones preventing good policy about climate change.
  5. Toxic climate propaganda is poisoning US public policy.
  6. An obvious solution to the climate policy crisis.
  7. A demo showing our broken climate policy debate.
  8. Climate denial caused the losses from Australia’s fires.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/03/07/smears-and-science-denial-from-the-new-york-times/

Soweit dieser Beitrag. Dass die hier erwähnte NYT wirklich zu einem Propagandablatt verkommen ist, welches man eigentlich nicht ernst nehmen darf, zeigt der folgende, zu Obigem passende Beitrag [leicht gekürzt]:

Die echte New York Times – oder eine Parodie?

Francis Menton

Man kann sich obige Frage jeden Tag stellen bei dem Stapel an gedruckten Nachrichten, welcher die New York Times mehr oder weniger jeden Tag füllt. Aber das mir gestern zugestellte Käseblatt mit dem Banner der NYT darauf veranlasste mich wirklich, mich am Kopf zu kratzen. War das jetzt die echte Zeitung, oder hatte jemand früh am Morgen die echte Zeitung aus meinem Briefkasten herausgenommen und durch eine Parodie ersetzt? Gehe ich nach dem physikalischen Gegenstand vor mir, denke ich eher an Parodie. Aber dann entdeckte ich, dass alle dubiosen Artikel auch auf der NYT-Internetseite zu finden waren. Könnten die hinterhältigen Parodisten auch die Website gehackt haben?

Betrachten wir zunächst den ersten Teil der Zeitung unter der Rubrik „New York“. In einer 9-Millionen-Stadt kann sehr viel vor sich gehen, und es gibt sicher viele drückende Themen hier in unserer Stadt mit bedeutenden Entwicklungen jeden Tag. Beispielhaft sei diesbezüglich nur die Kriminalität genannt. Können wir uns vielleicht selbst über einige dieser Themen informieren?

Tatsache ist aber, dass sich die Times fast vollständig von der Berichterstattung dieser Dinge entfernt hat. An den meisten Tagen besteht der Abschnitt „New York“ nur aus drei oder vier Artikeln. Heute sind es nur drei. Den Hauptteil des gesamten Sektion nimmt eine Artikelserie ein unter der Schlagzeile „To Turn the Tide, Long Island Tribe Turns to Nature“ [etwa: „Um das Blatt zu wenden, wendet sich der Long Island-Stamm der Natur zu“]. Damit soll unser Mitleid mit dem kleinen Indianerstamm der Shinnecocks geweckt werden, die in einem Reservat in der Stadt Southampton auf Long Island. Die Shinnecocks verlieren vermeintlich ihr Land infolge des durch die globale Erwärmung steigenden Meeresspiegels:

Als ein maritimes Volk, das einst einen großen Teil der Ostküste von Long Island bevölkerte, sind die Shinnecock-Indianer auf ein fast 4 km² großes Stück Land am Rande einer Brackwasser-Bucht gepfercht worden. Jetzt kämpfen sie im Zuge des Klimawandels darum zu halten, was ihnen geblieben ist. Steigender Meeresspiegel droht, das Shinnecock-Land zu verschlucken.

Richtig gelesen: die Shinnecocks – alle 500 oder so – bewohnen fast 4 km² Küstenland in Southampton, der teuersten Stadt in ganz New York. Die Küstenstadt Southampton ist die Heimat (oder zumindest die zweite Heimat) vom Who is Who der New Yorker High Society – zum Beispiel George Soros und andere Milliardäre, darunter auch der Herausgeber der NYT! [Es werden noch ein paar andere Superreiche genannt, deren Namen hierzulande unbekannt sind. Anm. d. Übers.] In einer kaum über dem Meeresspiegel liegenden Stadt – sind die Anwesen dieser Herrschaften nicht genauso der Gefahr eines steigenden Meeresspiegels ausgesetzt wie das Land der Shinnecock-Indianer? Ja natürlich, aber Smart Money weiß genau, dass dieses ganze Theater um einen unmittelbaren Meeresspiegelanstieg Blödsinn ist. …

Und die anderen beiden Artikel? In einem geht es um einen blinden und tauben Mann, der Protagonist in einem kurzen Film über einen blinden und tauben Mann ist. … In dem anderen Artikel geht es um multiple zusätzliche Ankläger bzgl. Harvey Weinstein. Kurz gesagt, der gesamte Bereich der Lokalnachrichten widmet sich jetzt nur noch der Klimawandel-Hysterie, marginalisierten Menschen, der #MeToo-Bewegung und anderen hoch wichtigen Angelegenheiten unserer Zeit.

Aber wenn man jetzt denkt, dass das schon schwachsinnig ist, dann hat man noch nicht auf die Meinungsseiten geschaut. Darin findet sich unter Anderem:

Der Leitartikel trägt die Schlagzeile „Quarantäne als Klassenkampf“. Aber ist nicht heutzutage alles Klassenkampf, durchgeführt von bösen Unterdrückern?

Im leitenden op-ed lautet die Schlagzeile [übersetzt] „Unsere ,Jagd nach Glück‘ tötet den Planeten“. Das ist genau das, was man schon lange hat kommen sehen: die Forderung nach der Verarmung der Menschen, um vermeintlich den „Planeten zu retten“: „wir müssen für ein neues Gleichgewicht kämpfen zwischen unserem Privatvergnügen und unserem kollektiven Überleben“. Heißt das, dass fortschrittliche Milliardäre und Präsidentschafts-Kandidaten ihre privaten Flugreisen aufgeben sollen?

Es gab einem eine Zeit, als man – falls man die endlose Links-Tendenz mal außen vor lassen wollte – zumindest der Times entnehmen, was sonst noch Wichtiges in der Welt los war. Diese Zeiten sind lange vorbei.

Link: https://www.manhattancontrarian.com/blog/2020-3-8-the-real-new-york-times-or-a-parody

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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