WM-Feier in Paris: Opfer sexueller Übergriffe sollen sich bei Polizei melden

Junge Freiheit

PARIS. Der Polizeipräfekt von Paris hat Frauen aufgefordert, Anzeige zu erstatten, falls sie während der WM-Feierlichkeiten sexuell belästigt wurden. „Unsere Behörden werden kompromißlos mit den Tätern sein“, sagte Michel Delpuech laut der französischen Nachrichtenseite europe1.

Zahlreiche Frauen hatten auf Twitter berichtet, Opfer von Sexattacken geworden zu sein. Laut Polizei hatte es aber kein gehäuftes Anzeigeverhalten gegeben. „Es ist notwendig, daß diese Tatsachen den Behörden bekannt gemacht werden, damit die Untersuchungen durchgeführt werden“, erklärte Delpuech.

Frauen berichteten auf Twitter

Hintergrund sind die Aussagen einer Reihe von Twitter-Nutzern, die sexuelle Attacken unter dem Hashtag #MeTooFoot öffentlich gemacht haben, wie die französiche Ausgabe von thelocal berichtet. Demnach wurden viele Frauen begrapscht oder belästigt.

Eine Frau schrieb: „Danke an den Typen, der meine Gedanken für lange Zeit ruiniert haben wird, der die Möglichkeit genutzt hat, als ich halb bewußtlos vom Tränengas auf dem Champs-Élysées lag und meine Vagina und meinen Hintern streichelte.“

Eine weitere schrieb „Ein betrunkener Mann legte seine Hand auf meinen Arsch und versuchte, mich zu küssen. Ich schubste ihn weg und er packte mich im Nacken und sagte: Es ist der Sieg, was hast du erwartet?“

Anzeige scheint sinnlos

Eine andere berichtete, ein Mann habe sie begrapscht, als sie von Freunden aus dem Chaos der Feier auf dem Champs-Élysées getragen wurde. „Alles, an was ich mich erinnern werde, ist, während der Siegesfeier sexuell genötigt worden zu sein.“

Twitter-Nutzerinnen vermuten, daß eine Anzeige nicht viel bringen würde. Eine schrieb laut 20minutes.fr: „Wir waren 200.000 in Lyon. Was soll ich gegen X klagen? Ich weiß bereits, daß die Polizei den Fall nicht untersuchen wird.“

Die Polizei in Frankreich hatte während der Siegesnacht nahezu 300 Personen verhaftet. Es sei aber bisher nicht klar, wie vielen davon sexuelle Vergehen vorgeworfen wird. (mp)

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