Auch in Nordafrika tote türkische Soldaten nach Gefechten

In Libyen sind zahlreiche türkische Soldaten stationiert, die an der Seite der radikal-moslemischen Regierung stehen. Am Mittwoch bestätigte die türkische Regierung erstmals, dass türkische Soldaten bei Kämpfen ums Leben gekommen sind.

Libyen ist gespalten

Die Lage im Bürgerkriegsland Libyen ist unübersichtlich. Die Region um die Hauptstadt Tripolis wird von einer Regierung kontrolliert, die offiziell von den Vereinigten Nationen eingesetzt wurde. Sie weist inzwischen eine große Nähe zum radikalen Islamismus auf und wird von der Türkei und Katar unterstützt. Der Großteil des Landes wird von einer Gegenregierung in der Hafenstadt Tobruk im Osten des Landes aus regiert. Die Gegenregierung ist das Produkt eines Militärputsches. Sie wird unter anderem von Russland und Ägypten unterstützt.

Erdoğan droht mit Krieg

Es ist unklar, wie viele Truppen die Türkei in Libyen stationiert hat. Klar ist, dass das türkische Parlament im Dezember einen Militäreinsatz in Libyen genehmigt hat. Experten vermuten seitdem hunderte türkische Soldaten in dem afrikanischen Land. Zuletzt hat sich der Ton zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und der Gegenregierung unter General Chalifa Haftar immer mehr verschärft. Wie berichtetet, drohte Erdoğan offiziell damit, ganz Libyen zu erobern. Die Gegenseite berichtete in den letzten Wochen immer wieder von Gefechten mit türkischen Soldaten. Nun bestätigte Erdoğan erstmals den Tod türkischer Kämpfer.

Türkische Ideologie immer radikaler

Wie Aljazeera berichtete, bestätigte Erdoğan den Tod von zwei türkischen Soldaten bei Kämpfen. Erdoğan sprach von zwei „Märtyrern“. Dies ist eine direkte Anspielung darauf, dass sich in seinen Augen die moslemischen Milizen und die Türkei in einem gemeinsamen religiösen Krieg gegen alle Feinde des Islams befinden. Das ist auch ein eindeutiges Zeichen für die Radikalität der türkischen Ideologie, die sich in den letzten Jahren unter Erdoğan breitgemacht hat.

Türkei sieht sich als Nachfolger des osmanischen Reichs

Neben der Eskalation in Syrien ist dies die zweite Front, an der die Türkei sich militärisch engagiert. Es ist fraglich, inwieweit die türkische Bevölkerung bereit ist, mit Erdoğan diesen Weg der Gewalt mitzugehen. Erdoğan will unbedingt die Nachwirkungen des “arabischen Frühlings” nutzen, um radikal-moslemisches Gedankengut in Nordafrika und im Nahen Osten zu festigen. In mehreren Anspielungen sprach er davon, dass die Türkei der Erbe des osmanischen Reiches sei. Doch militärisch scheint er auf Hilfe angewiesen zu sein – In Syrien bittet er nun offiziell die NATO um Beistand.

 

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