Fridays for Future und die wahren Helden

Manfred Tisal über die Generation „Fridays for Future“

Was spielt schon Bildung für eine Rolle, wenn man die Zeit, in der man für die Zukunft lernen sollte, zum Demonstrieren verwenden kann. Schule schwänzen für einen angeblich guten Zweck. Fragt man die Schüler bei einer Demonstration, wissen die meisten gar nicht, warum sie demonstrieren, holen ihren Burger aus der Tasche, trinken einen Energydrink und werfen das Verpackungsmaterial in die Wiese oder die zum Überquellen vollen Müllbehälter. Beschmieren Straßen und Wände mit fragwürdigen, sinnlosen Slogans.

Demonstrieren für eine Geisteshaltung, eine saubere Umwelt und praktizieren das Gegenteil von dem, wofür sie kämpfen. Die Schüler erkennen dabei nicht, dass sie selbst die Zukunft sind. Dass es in ihren Händen liegt, die Fehler der Gegenwart zum Gutenzu verändern. „Learning by doing“ wäre nicht schlecht. Und warum muss es ein Freitag sein, an dem sie für die Zukunft Wissen anhäufen sollten,um es, ihrem Demothemagemäß, zur positiven Entwicklung der Zukunft einzusetzen? Demonstrieren als Freizeitbeschäftigung an einem Samstag, Sonn- oder Feiertag ginge doch auch, oder? Aber sie haben ein Vorbild. Greta. Sie besucht eine Veranstaltung nach der anderen und ist Vorbeterin einer weltweiten Hype-Bewegung.

Ein hochbezahlter Leithammel und die lukrative Einnahmequelle geschäftstüchtiger Managereltern. Ein grantiger Blick der 16-Jährigen genügt, um der Weltpresse Stoff für die Titelseiten zu geben. Die Anzahl ihrer Mitstreiterinnen steigt von Tag zu Tag. Überall wittert man lukrative Einnahmequellen und stampft eine „Greta“ nach der anderen aus dem Boden. Bald hat jedes Land seine eigene Umweltgöttin oder seinen eigenen Umweltzampano. Andererseits gibt es keinLob für jene, die brav ihren Müll trennen, die heimische Produkte kaufen, die öffentliche Verkehrsmittelbenutzen, die sich ein E-Auto, eine Solaranlage oder Wärmepumpen um teures Geld kaufen. Nicht nur um ihr Gewissen zu beruhigen, sondern um einen echten Beitrag für eine saubere Zukunft zu leisten. Das sind die wahren Helden und Vorbilder. Sie sind keine Nobelpreiskandidaten wie Greta. Sie sind keine Zukunftsschreckensbildmaler, sondern die wahren Aktivisten für eine lebenswerte Zukunft. Um etwas gegen den Klimawandel und für eine saubere Umwelt zu tun, braucht es keinen „Friday for future“, sondern Taten. Einfach erklärt: „Es leuchtet ein wohl sicher jedem, dass Taten besser sind als reden“.

Manfred Tisal ist Kaberettist, Moderator, Autor und Journalist, besonders bekannt wurde er durch seine Rolle als EU-Bauer beim Villacher Fasching

[Autor: M.T. Bild: Tisal: Privat / wikipedia.org/Frankie Fouganthin Lizenz: CC BY-SA 4.0]

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