Es droht Coronavirus-Pandemie

Bislang habe ich mich hier extra zum neuen Coronavirus Sars-CoV-2 zurückgehalten. Er tauchte erstmals letzten Dezember in der chinesischen Stadt Wuhan auf, wo er vermutlich von einem Tier auf einen Menschen übertragen wurde, der dann weitere ansteckte. Die Behörden versuchten das anfangs zu vertuschen, so dass nachfolgende drastische Maßnahmen in China oder auch anderswo wohl nicht mehr ausreichen, um eine weltweite Verbreitung zu verhindern. So erklärte heute selbst der bislang eher untätige Bundesgesundheitsminister Jens „Spahn: Deutschland [ist] ‚am Beginn einer Coronavirus-Epidemie’“.

Im Kreis Heinsberg in NRW stehen „1.000 Menschen in häuslicher Quarantäne – 14 neue Coronavirus-Infektionen“ wurden festgestellt. Letzteres mag wenig erscheinen, doch die Ausbreitung verläuft exponentiell. Jeder Erkrankte kann viele weitere Personen anstecken, zumal jemand auch ganz ohne Symptome ansteckend sein kann. Bei 80 Prozent der Infizierten verläuft die Erkrankung ohnehin nicht schwer. Allerdings sterben in China, wo es bislang die meisten Fälle gibt, rund zwei Prozent der Infizierten, was bei einer drohenden Infektion von vielen Millionen Menschen zu vielen Todesfällen führen kann. Dabei ist das Sterblichkeitsrisiko ungleich verteilt. Es sterben vor allem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Kinder sind zum Glück kaum betroffen. Einen Impfstoff gibt es noch nicht und auch die Behandlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.

Es gibt Tausende bis Zehntausende Grippetote jedes Jahr allein in Deutschland. Schlimmstenfalls führt der neue Virus zu noch mehr Toten oder sogar einer weiteren regelmäßigen Krankheitswelle. Drastische Maßnahmen, um das zu vermeiden, können sinnvoll sein, aber vielleicht ist es dafür schon zu spät. Irgendwann lässt sich eine solche Krankheit nicht mehr eindämmen und drehen sich die Quarantäneüberlegungen um. Quarantäne (potentiell) Infizierter ist sinnvoll, wenn sich dadurch die Ausbreitung einer Seuche stoppen lässt. Wenn das nicht mehr möglich ist, sollten eher die noch nicht infizierten Personen mit besonderem Risiko andere Menschen meiden. So oder so können auch die wirtschaftlichen Auswirkungen groß sein. Lieferketten drohen nun in China unterbrochen zu werden und fallen demnächst vielleicht weltweit aus. Der Tourismus geht zurück und die Börsen brechen ein, was sowohl an der Krankheit als auch den Gegenmaßnahmen liegt. Wir werden sehen, wie unsere Regierung reagiert, wenn sie einmal ein echtes akutes Problem zu lösen hat.