US-Truppen für »Defender 2020« haben Deutschland erreicht

Sollten Sie in Norddeutschland leben und in den nächsten Nächten von wackelnden Wänden, vibrierenden Betten oder rasselnden Geräuschen wach werden, behalten Sie bitte Ruhe. Es handelt sich weder um ein Erdbeben noch schnarcht der neben Ihnen liegende Ehepartner dieses Mal besonders laut. Sie werden dann lediglich Zeuge des größten Militärmanövers der US-Streitkräfte seit Ende des Kalten Krieges.
Fast 40.000 US-Soldaten werden quer durch Europa und vor allem Deutschland aus der Heimat nach Polen und ins Baltikum verlegt, um dort an der Misson »Defender 2020« teilzunehmen – in unmittelbarer Nähe zur russischen Grenze.
Aktuell hat bereits ein Vorauskommando der US-Streitkräfte die Regionen um Hagenow und Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Die Truppen werden in den dortigen Unterkünften der Bundeswehr einquartiert, um tagsüber zu rasten und sich nachts auf den Weg in Richtung Zielgebiet zu machen. Die Rastanlage Speckmoor an der A20 östlich von Rostock wird für den zivilen Verkehr während des Durchmarschs des Militärs nicht nutzbar sein.
Der Weg durch Norddeutschland ist eine von drei durch Deutschland führenden Routen, die die Panzer, LKW und Jeeps der US-Army nutzen. Angelandet sind die Soldaten aus den USA in den drei Häfen Antwerpen (Belgien), Rotterdam (Niederlande) und Bremerhaven.
Deutsche Truppen sind an diesem Manöver auch beteiligt. Sie sollen dafür sorgen, dass die Durchquerung des Landes durch die US-Truppen so reibungslos wie möglich von statten geht. Ein Mitspracherecht bei den Planspielen oder gar die Möglichkeit, ein Veto gegen den noch von der Obama-Administration verabschiedeten Plan zur Durchführung dieses Manövers einzulegen, gab es nicht.