Coronavirus: Deutschland schlecht vorbereitet

Deutsche Politiker verteilen verbale Beruhigungspillen. Die Virusepidemie sei in Europa noch nicht so virulent, dass man sich Sorgen machen müsse. Eine Grippewelle sei gefährlicher. Doch das trügt. Von über 81.000 registrierten und gemeldeten Fällen haben rund 30.000 die Infektion überstanden. Aber rund 2.700 sind tot. Bei den anderen ist der Ausgang noch unklar.
Wären das neue Coronavirus (2019-nCoV bzw. SARS-CoV-) und die dadurch hervorgerufene Lungenkrankheit COVID-19 so harmlos, würden nicht fast alle Regierungen und die Weltgesundheitsorganisation WHO Alarm schlagen, würden nicht ganze Städte abgeriegelt, würden nicht enorme wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe hingenommen werden. Die Chinesen wissen schon, warum sie so hart durchgreifen. Und auch die Japaner und Südkoreaner werden wissen, was sie tun, wenn sie die höchste Alarmstufe ausrufen und öffentliche Großveranstaltungen untersagen.

Und in Deutschland? Hier herrschen Kompetenzprobleme!

In Deutschland wächst die Kritik an den Beschwichtigungen seitens der Bundesregierung und der deutschen Behörden. In einem Artikel der »Welt« wird beispielsweise kritisiert, dass es selbst auf die wichtigsten Fragen keine befriedigenden Antworten seitens der Behörden gibt: Wie lange dauert die Inkubationszeit? Wie lange muss eine Quarantäne dauern? Wer hat die Kompetenzen, einen Test durchzuführen? Wer bezahlt den Test? Wer ist bei den Behörden überhaupt für all diese Probleme zuständig? Selbst die Ärzte sind hier überfragt.
So haben beispielsweise Fragen der Kompetenz unterschiedlicher Behörden dazu geführt, dass ein EC (Euro-City-Express) aus Venedig vorübergehend gestoppt werden musste.
Klar ist: Über das neue Virus ist zu wenig bekannt. Die Verbreitungsgeschwindigkeit ist extrem schnell. Der Verlauf der Krankheit COVID-19 kann von mild bis tödlich jede Überraschung parat halten. Gefährliche Mutationen des Virus sind nicht auszuschließen.