Kommentar zu Vertane Chance für mehr Menschlichkeit von Dieter

Dies Urteil war zu erwarten gewesen. Dem Zeitgeist zugehörig.
Gewiss, dem Menschen, dem seine Existenz zuwider ist, ob in seelischer, existenzieller oder körperlicher Pein; dem muß man seine Pein auch anerkennen und mitfühlen. Jesus sagt: „weinet mit den Bedrückten“. Dieser Mensch ist, und damit muß ich dem Gericht total widersprechen, z. Zt. nicht Herr seiner Selbstbestimmung. Er ist zum Tode krank, wenn er gleich auch denken kann.
Selbstmörder wurden in anderen Zeiten als unwürdig angesehen, auf dem Friedhof begraben zu werden. Marin Luther sah das anders; er nahm einen Selbstmörder vom Balken und begrub ihn auf dem Kirchhof, mit der Begründung, auch dies sei ein Kind der Schöpfung. Sehr zum Mißfallen der Gemeinde.
Der Wunsch, der Wille, nicht mehr zu leben, ist dennoch nachvollziehbar. Nur die Ausführung ist nicht im Willen des Schöpfers.
Als ehrenamtlicher Begleiter am Sterbebett eines Hospizkranken weiß ich, daß erst mit dem Tode das Leben beginnt. Das schmerzverzerrte Gesicht löst sich in friedlicher Entspannung -oft.
Die Logik des Gerichtes ist dieszeitig. Diese Logik wird an diesem Punkt aber nicht aufhören.
Die Wahrheit des Wortes Gottes wird sich endgültig bewahrheiten.