Kommentar zu «Sehr geehrt* Liessmann» – Triumph des Unsinns von aneagle

Das Ende der liberal demokratischen Gesellschaft kündigte sich in den schriftlichen Formen im 20. Jahrhundert mit dem abschließenden Gruß an. Es war zwar kein Gesetz, aber niemand in Deutschösterreich hatte die selbstmörderische Zivilcourage einen Brief ohne den Wunsch auf das Wohl(das Heil) des Machthabers zu beenden. Ca. 1 Jahrzehnt danach, war die Beteuerung der “Freundschaft” für alle, am Ende eines jeden Briefes, die unbedingte Notwendigkeit in einer Republik mit Schießbefehl auf seine Bürger.

Im 3.Jahrtausend schleicht die Einengung wesentlich sanfter in die Sprache, ist aber bald ähnlich erzieherisch zwingend. Zwar beginnt es diesmal harmlos mit der vorgeschriebenen entmenschten Anrede, aber wer den Sternchencodex nicht zu befolgen weiß, dessen (Doktor)Arbeit wird eher nicht wohlwollend oder ev. gar nicht beurteilt. Und Gnade dem Studierenden, wenn ihn seine Tochter im Dirndl mit 2 lustigen Zöpfen Marke Greta von der Vorlesung abholt.

Wer die Geschichte nicht versteht ist verurteilt sie wieder zu erleben. Jene Universität, in welcher der nachmalige Kanzler der Republik, der Student Josef Klaus, in jenen unsäglichen Tagen seinem Vortragenden jüdischen Professor die Türe wies, sollte mehr Bildung, Verstand und Anstand haben, als die Uni Wien vorzeigen kann.