Lügenpresse: Als CNN die Grenzen zog


Bisher war Russland, neben der Türkei und einigen anderen europäischen Staaten, über die nicht allzuoft gesprochen wird, das einzige Land, das die Grenzen in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges neu zog. Nun allerdings reiht sich der amerikanische Nachrichtensender CNN in diese unheilvolle Ahnengalerie der Unfriedenstifter ein: In einem Bericht über die Lage an der europäischen Virusfront behauptete der Lieblingssender von US-Präsident Donald Trump dreist, Deutschland habe seine Grenze zu Italien wegen der Epidemie geschlossen.

Dreiste Fake News, denn seit 2015 ist bekannt, dass sich 3.000 Kilometer deutsche Grenze praktisch überhaupt nicht schließen lassen würden könnten dürften, wären sie denn überhaupt offen. Das aber ist nicht der Fall, da sich der Schengen-Raum wie ein amerikanische Grenzschutzmauer aus feinster europäischer gemeinsamer Werte-Luft schützend um die rudimentalen Grenzschutzsteine aus der Kaiserzeit legt, die wie Gedenkstelen einer längst vergangenen Zeit urtümlicher Nationalstaaten aus dem Waldboden in Bayern, Brandenburg und dem Elsass ragen.

Doch CNN, ein auf äußerste geografische Genauigkeit geeichter Sender von Weltgeltung, beließ es nicht bei der bloßen Behauptung, Deutschlands Außenminister Heiko Maas habe – im Einklang mit der weltoffenen Staatsräson – mitgeteilt, dass Deutschland seine Grenzen zu Italien nicht schließen werde. Nein, der Sender erweckte damit zugleich in aller Welt den Eindruck, als seien die Schweiz und Österreich im Zuge der neuen Krise ausradiert worden.

Deutschland, so der Subtext der alarmierenden Meldung, habe im östlichen Bereich der Alpen die Lage wiederhergestellt, die in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts herrschte, als das Deutsche Reich mit dem Alpenvorland direkt an Italien grenzte. Ein  Anschluss der Ostmark, der im Süden eine Landbrücke zum ehemaligen Achsen- und heutigen EU-Partner schlägt.

Die gute Nachricht von CNN für alle früheren Österreicher ist, dass ihr Land nun nicht mehr existiert und damit auch von der dräuenden Corona-Gefahr verschont bleiben wird.