Ex-Verfassungsschutzchef und HanauAttacke auf Maaßen: „Unverschämte Behauptung, um mich zu diskreditieren“

BERLIN. Der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat Vorwürfe gegen sich im Zusammenhang mit dem Anschlag im hessischen Hanau zurückgewiesen. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hatte am Donnerstag gefordert: „Wir müssen über rechtsradikalen Terror reden und dann bitte auch darüber, daß an der Spitze des Verfassungsschutzes über Jahre ein Hans-Georg Maaßen saß.“ Zudem zweifelte er Maaßens Engagement als Verfassungsschutzpräsident gegen rechte Netzwerke und Strukturen an.

Özdemirs Äußerung sei eine „unverschämte Behauptung, um mich zu diskreditieren“, sagte Maaßen der JUNGEN FREIHEIT. Er habe etwa die Abteilung Rechtsextremismus neu aufgebaut und um zahlreiche Stellen vergrößert. „Wir erzielten erhebliche operative Erfolge“, ergänzte der CDU-Politiker. Die Grünen hingegen hätten die Arbeit des Verfassungsschutzes immer bekämpft.

Welt– und Spiegel-Journalisten attackieren Maaßen

Der Welt-Journalist Deniz Yücel bezeichnete Maaßen am Donnerstag auf Twitter als „Verdachtsfall“. Hintergrund ist eine Antwort Maaßens auf den Eintrag des Journalisten Tilo Jung, in der Maaßen – ohne Bezug zu Hanau – die sozialistische Logik geißelte, daß Täter immer rechts und Opfer immer links seien. Allerdings legten Yücel und andere Journalisten wie Matthias Meißner vom Tagesspiegel und Florian Gathmann vom Spiegel sowie Politiker Maaßen nahe, Maaßen habe dies als Kommentar zu dem Anschlag in Hanau verfaßt.

„Meinen Tweet in Zusammenhang zu bringen mit dem Anschlag von Hanau ist schlicht perfide“, betonte Maaßen gegenüber der JF. Maaßen hatte seinen Twittereintrag wenig später nach der Veröffentlichung wieder gelöscht. Jung hatte vor wenigen Tagen die These aufgestellt, die Diktatoren Josef Stalin, Mao Zedong und den marxistischen Revolutionär Ernesto Guevara seien der politischen Rechten zuzuordnen. „Autoritäre Herrscher, Diktatoren … rechter geht’s gar nicht“, schrieb er. (ls)