Der rätselhafte Dr. Wolfgang Schäuble

Aus Dr. Wolfgang Schäuble ist schwer schlau zu werden. Auch im Fall „Thüringen“ – die Kanzlerin bricht das Recht – schwanken wir, ob Wolfgang als Yoda (Klartext Du sprechen musst!) oder Gollum (Meins! Um jeden Preis!) in die Unionsgeschichte eingehen wird. Ausgerechnet in der Zeit, dem Darkroom selbsternannter Intellektueller, hat Schäuble sich nun zu „Thüringen“ geäußert und man kann seine Aussagen so und so verstehen. Zunächst bleibt er im sicheren Ungefähren: „Ich hätte so etwas nicht für möglich gehalten, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass man so wenig vorhersieht, was für unabsehbare Folgen eine solche Geschichte haben kann.“ Was meint er mit „unabsehbare Folgen“? Das erwartbare Aufheulen und Geschrei der Linken doch wohl nicht. Meint er den Versuch der Roten, Straßenterror zu organisieren, wobei in Berlin letztendlich nur ein paar hundert Subventionierte und Gewerkschafter aufliefen statt zu arbeiten? Meint er den heulenden Chor der Medienschaffenden? Schließlich wagt er sich schlau voran: „Nun haben wir aber eine Situation, wo AfD und Linkspartei zusammen über 50 Prozent haben. Dann darf man sich nicht nur auf Verhinderung beschränken, sondern muss eine Regierung ermöglichen, notfalls auch eine Minderheitsregierung.“ Es sei möglich, so Schäuble, wie in anderen europäischen Ländern mit Minderheitskonstellationen stabil zu regieren. Dass man das in Thüringen nicht gemacht hätte, sei ein Fehler gewesen. Da wir für das Original-Interview in der Zeit keinen Eintritt gezahlt hatten, müssen wir uns auf die Berichte in anderen Medien verlassen. Wenn Schäuble gemeint haben sollte, die CDU hätte den von ihr mitgewählten FDP-Ministerpräsidenten unterstützen müssen, dann wäre er klüger als […]