Rendi-Wagners letzte Tage?

Die rote Frontfrau vor dem Ende

Haben Sie es auch schon bemerkt? Die Zeitungen, die über Pamela Rendi-Wagners überraschenden Coup berichten, verwenden im Gegensatz zu früher beinahe ausnahmslos Fotos der SPÖ-Chefin, die selbige unvorteilhaft aussehen lassen. Rendi-Wagner kommt da verbittert, verdrossen oder gar unendlich traurig rüber.

Keine Frage: Die Dame ist in den letzten Monaten gealtert. Es ist dies das Ergebnis eines verbissenen Ringens mit den Alteingesessenen der Partei, die sich von einer, die sie buchstäblich als Dahergelaufene taxieren (Rendi-Wagner ist erst seit wenigen Jahren Mitglied der SPÖ), kein Wort sagen lassen. Vor allem dann, wenn sie erfolglos ist. Was sie bei der Nationalratswahl eindrücklich unter Beweis gestellt hat.

Rendi-Wagner leidet vor allem unter den anzüglich-spöttischen Bemerkungen der männlichen Funktionäre. Trotz progressiver Sonntagsreden scheint unter denen noch immer die Grundhaltung dominierend zu sein, wonach die Wertschätzung einer Frau proportional mit deren Körbchengröße steige. Die roten Genossinnen stehen da nicht nach. Die Stutenbissigkeit feiert fröhliche Urständ‘. Da wird getuschelt und gelästert was das Zeug hält. …

Mit dem Antrag, die Vertrauensfrage in die Mitgliederbefragung aufzunehmen, ist Rendi-Wagner nur deshalb im Parteivorstand durchgekommen, weil sie das Überraschungsmoment auf ihrer Seite hatte. Das Abstimmungsergebnis ist ja ziemlich knapp: Von 27 Stimmen begrüßen nur zwölf ihren Vorstoß, zehn waren dagegen, fünf enthielten sich der Stimme.

Auf die Faymann‘sche Liesinger Partie kann Rendi-Wagner ab sofort kaum mehr zählen. Auch denen ist das Hemd näher als der Rock. Deswegen werden sich Bures, Deutsch und Konsorten den Wiener Wahlkampf nicht verderben lassen. Die Tage der Joy Pamela Rendi-Wagner scheinen gezählt.

[Autor: E.K.-L. Bild: www.wikipedia.org/SPÖ Presse und Kommunikation Lizenz: CC BY-SA 2.0]

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