Jetzt will auch Norbert Röttgen gerne CDU-Chef werden

Norbert Röttgen ist Erster. Zumindest ist er der erste, der offiziell seine Kandidatur um den Vorsitz der CDU offiziell bekanntgegeben hat. Während die drei anderen potenziellen Kandidaten Merz, Laschet und Spahn noch herumdrucksen und offensichtlich darauf warten, zur Bekanntgabe ihres Interesses gebeten oder hofiert zu werden, haut der ehemalige Bundesumweltminister und jetzige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses seine Kandidatur einfach heraus.
Damit hat er zumindest einen ersten Achtungserfolg erzielt. Gegen einen der drei mutmaßlichen Mitbewerber hat Röttgen sogar einen weiteren Sieg verzeichnen können. 2010 besiegte er in einer Mitgliederbefragung um den Landesvorsitz der CDU NRW seinen Kontrahenten Laschet klar. Allerdings brachte ihm dieser Sieg keinen Erfolg: die Landtagswahl 2012 ging für die CDU klar verloren, woraufhin Merkel höchstpersönlich Röttgen absägte.
Röttgen wäre neben Merz, sofern dieser irgendwann seine Kandidatur bekanntmacht, der zweite potenzielle Nachfolger, der sich deutlich von der Merkel-Politik distanziert. Laschet und Spahn hingegen gelten eher als Merkelianer, mit ihnen wäre eine Kursänderung wohl nur in Detailfragen möglich.
Heute trifft sich die Noch-Vorsitzende AKK mit Friedrich Merz, morgen sind Gespräche zunächst mit Armin Laschet und später dann mit Jens Spahn anberaumt. Ob Norbert Röttgen, der mit seiner überraschenden Kandidatur die Zeitpläne und anderen Planspiele möglicherweise komplett über den Haufen geworfen aht, auch noch zu einem separaten Gespräch mit AKK geladen wird, ist derzeit nicht bekannt.