Stabiler Optmismus

Eine zweite Welle der Unsicherheit erreichte die Märkte in der vergangenen Woche. Zuerst erschreckten die chinesischen Behörden die Weltöffentlichkeit mit der Nachricht eines sprunghaften Anstiegs der Corona-Fälle. Dann senkte die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose für die Ölnachfrage drastisch. Laut IEA soll der weltweite Bedarf in den ersten drei Monaten 2020 wegen des Virus spürbar sinken, es wäre der erste vierteljährliche Rückgang seit mehr als zehn Jahren. Die IEA registriert einen deutlich geringeren Ölverbrauch in China sowie eine Abkühlung der Konjunktur. Man sollte die weltweiten Folgen nicht unterschätzen. Anders als beim Ausbruch von SARS im Jahr 2003 ist der Anteil der Volksrepublik an der Weltwirtschaftsleistung stark gestiegen, Chinas Ökonomie zudem verwundbarer, weil weitaus stärker durch den Konsum denn durch Investitionen getrieben. An der Wall Street gingen Investoren nach der Rekordrally jedoch nur kurz in Deckung, in Frankfurt ebenso. Derzeit scheinen die Bullen immun gegen das Virus. Der Zolldeal zwischen den USA und China, die insgesamt robuste US-Bilanzsaison und der zinsbedingte Anlagenotstand treiben die Wall Street. Und der DAX markierte in deren Schlepptau ein neues Allzeithoch.​

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