Ramelows Plan zur Ministerpräsidentenwahl ein »Griff ins Klo«

Wahlen sind für Kommunisten offensichtlich nur dann von Interesse, wenn sie vorher ausreichend manipuliert wurden und sie selbt dadurch zum Sieger gekürt werden. Weil das bei der Wahl zum thüringischen Ministerpräsident aber trotz ausgefeilter Planspiele komplett in die Hose ging, ist das große Heulen und Zähneklappern in den Reihen um Ramelow, dem haushohen (und entzauberten) Favoriten, immer noch groß. Das rot-rot-grüne Lager wirft allen anderen Beteiligten alle möglichen und unmöglichen Verfehlungen vor, doch dabei hatte Ramelow, wie jetzt via Twitter einräumte, selbst einen höchst undemokratischen Schachzug durchgespielt und offenbar sogar abgesprochen, der ihn an die Macht befördern sollte. Es war ein Griff ins Klo.
Die Ausgangsposition vor der Wahl des thüringischen Ministerpräsidenten war klar: Ramelow hatte keine Mehrheit, ihm fehlten vier Stimmen. CDU und FDP würden im ersten Wahlgang nicht für ihn stimmen, die AfD ohnehin nicht. Also sollten im entscheidenden Wahlgang vier Abgeordnete der Union auf einmal ein dringendes Bedürfnis verspüren und bei der Wahl nicht vor Ort sein. Weil aber die FDP einen eigenen Kandidaten für den dritten Wahlgang aufstellte, der fast geschlossen von CDU und FDP gewählt wurde und die AfD geschlossen für Kemmerich votierte, wurde der »fein ausgeklügelte« Plan von Ramelow und seinen Genossen durchkreuzt.
Nachdem ihr Klo-Plan aufgeflogen ist, versuchen die Genossen verzweifelt zurückzurudern. Solche Absprachen, Pairing genannt, seien nichts Ungewöhnliches, wie Ramelow selbst via Twitter zugibt. Manipulationen vor einer Wahl gehören für seinen Schlag Politiker also zum normalen Gehabe.