Köstliche Reaktion auf Kilics Telefonstreich

Germany’s next Topmodel der Linken will „Nazis matt setzen“, kommt aber noch nicht einmal mit einem „rechten Troll“ (so nennt sie Klemens Kilic) klar

„Telefonstreich“ durch Klemens Kilic

In der Nacht des 5. Februars, nachdem Thomas L. Kemmerich zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, klingelte mein Handy. Am Telefon war ein Mann, der sich als Thomas Kemmerich ausgab und es nach der Stimmlage auch durchaus hätte sein können. Er wollte mit mir über die Bildung einer Allparteienregierung sprechen. Kurz zuvor wollte derselbe Mann die Telefonnummer von Bodo Ramelow. Die ich ihm nicht gab.

Konkret bot er mir das Innenministerium an. Jetzt weiß ich: In Wirklichkeit war es ein rechter Troll, der schon Politiker aus anderen Parteien mit Telefonscherzen belästigt hat, um sich dann in der rechtsradikalen Social Media Blase von anderen rechten Trollen feiern zu lassen.

Ich habe den Anruf zur Kenntnis genommen und meine Gremien von dem Anruf informiert, den ich fälschlicherweise tatsächlich Thomas Kemmerich zugeordnet habe. Wer das ohne mein Einverständnis mitgeschnittene Telefonat, das nun auf YouTube steht, anhört, wird bestätigen können, dass ich dieses „Angebot“ weder angenommen habe, noch mit dem Anrufer darüber „verhandelt“ habe. Ich habe es zur Kenntnis genommen und mitgeteilt, dass ich meine Parteigremien von dem Anruf informiere.

Ein paar Tage später habe ich einem Journalisten von dem Anruf erzählt, ohne vorher Thomas Kemmerich zu fragen, ob er so was Seltsames wirklich tun würde. Letzteres war nicht in Ordnung, dafür entschuldige ich mich. Ich habe in diesen absurden Zeiten nichts für unmöglich gehalten. Und nein, ich wäre nicht Innenministerin in einer Regierung Kemmerich (oder irgendeiner anderen) geworden.

Susanne Hennig-Wellsow | Facebook | 9. Februar 2020

Und was sagt Klemens Kilic dazu? Wir haben ihn befragt:

Brisant ist vor allem auch, dass Hennig gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk über ihre Äußerungen während des Telefonats gelogen hat.
Sie spricht davon, mein schmeichelhaftes Angebot abgeschmettert zu haben. Wie mein Mitschnitt aber belegt, war sie offen, den Vorschlag in ihren Gremien zu diskutieren.

Sie hätte sich also durchaus vorstellen können, ein Pöstchen von einem Ministerpräsidenten anzunehmen, dem sie ein paar Stunden zuvor vorwarf, mit Faschisten zu paktieren.

Täuschung statt Telefonstreich. Aha. Und nun? Überflüßigster Tweet aller Zeiten
Rechtfertigung auf Kindergarten-Niveau: Auch Der Spiegel fiel auf Kilics Streich herein. Ist aber nicht schlimm, weil: „Auch andere Medien berichten darüber“.
Hilfe für Klemens naht! Aber wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, will Klemens nicht aus der rechtsextremen Szene aussteigen. Was damit zusammenhängen könnte, dass er gar nicht drin ist.

Und zum Schluss noch etwas wirklich Übles: Aber gut, SOOO sindse, die Linksfaschisten!

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