Krisengipfel zur Bekämpfung der Gewalt gegen Politiker soll gebildet werden

Die Gewalt gegen Politiker in diesem Land hat Hochkonjunktur. Während die meisten Landes- und Bundespolitiker, vor allem der Altparteien, durch Personen- respektive Objektschützer relativ gut gesichert sind, stehen vor allem relativ ungeschützte Kommunalpolitiker im Fokus der An- und Übergriffe. Ein Krisengipfel zur Bekämpfung dieser Gewalt ist ein längst überfälliger Schritt. Doch das ausgerechnet ein SPD-Politiker, in dessen Reihen Hetzer und Hassprediger beheimatet sind, einen solchen Vorstoß wagt, ist schon ungewohnt. Fast schon absurd aber ist die Forderung des Initiators Lars Klingbeil, seines Zeichens SPD-Generalsekretär, dass die AfD, deren Mitglieder am häufigsten Opfer solcher Angriffe geworden sind, bei diesem Gipfel außen vor bleiben soll.
Klingbeil hatte zu einem ersten illustren Kreis Vertreter der Altparteien eingeladen, einen Vertreter der AfD, der größten (und offensichtlich einzigen) Oppositionspartei im Bundestag lud der ach so demokratische Lars Klingbeil jedoch nicht ein.
Vielleicht ist Klingbeil die Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion aus dem Mai 2019 nicht bekannt (DS 19/10403 i. V. m. DS 19/9862). Dort heißt es, dass im ersten Quartal 2019 insgesamt 217 gegen Repräsentanten oder Mandatsträger gerichtete Straftaten gemeldet wurden. Davon wurden 114(!) Straftaten gegen Mitglieder oder Mandatsträger der AfD verübt. Das sind über 52 Prozent aller entsprechenden Taten, also mehr als die Hälfte.
Den am häufigsten von solchen Taten betroffenen Personenkreis auszuschließen, zeugt von einer ganz besonderen Intelligenz und einem ebenfalls ganz besonderen Sachverstand, wie beides offensichtlich bei der SPD aufzufinden ist.