Manipulativer Journalismus

Ein Artikel von TichysEinblick

Die Titelseite der Welt am Sonntag vom 3. Juni 2018 kündigt die Zucker-Sucht mit dem Foto eines Kindes an, das sich Kokain assoziierende Linien per Strohhalm reinzieht. So ethisch fragwürdig hat es noch keiner gewagt. Auf vier Seiten wird dann über „Die Zucker-Krieger“ fabuliert. Der Beitrag hat den Charakter einer Homestory über zwei Akteure, die in erbittertem Streit stehen sollen. In der Sache hat Autor Marc Neller wenig beizusteuern. Mit vertrauenserweckenden Phrasen ist ein Text leichter zu füllen als mit arbeitsintensiven Recherchen. Dafür widmet er sich umso sorgfältiger dem Lächeln und der Handhaltung des einen Kontrahenten sowie dem brachialen Auftreten des anderen, der schon allein deshalb im Recht zu sein scheint, weil er übergewichtig und krank, den Betroffenen gibt.

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