Integrationspropaganda der Landesregierung NRW

Fast sechs von zehn Menschen mit Migrationshintergrund sprechen angeblich zuhause Deutsch. Das zumindest vermeldet die Landesregierung NRW in der der aktuellenZuwanderungs- und Integrationsstatistik. Diese Statistik ließ NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) am vergangenen Dienstag den Mitgliedern des Landtags in Düsseldorf zukommen. Allerdings wirft diese Statistik mehr Fragen auf als das sie Antworten bietet.
Zunächst einmal sind die Zahlen alles andere als aktuell, da sie sich auf Daten aus 2017 beziehen. Darüber hinaus werden Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, zum Beispiel gar nicht erst befragt. Für sie werden schlicht und ergreifend nicht näher definierte Berechnungszahlen zugrunde gelegt. Die Hauptdatenquelle, so heißt es in dem Papier, der vorliegenden Statistik ist der Mikrozensus. Doch die Flucht- und Asylmigration der vergangenen Jahre kann im Mikrozensus noch nicht ausreichend abgebildet werden.
Bei so vielen Unsicherheitsfaktoren in der Datenerfassung stellt sich die Frage, wie die Landesregierung NRW auf ihre Rückschlüsse kommt und diese dann derart propagandistisch als Erfolg der Integrationspolitik verkaufen will.
Sitzen etwa abends in den Privathaushalten der Migrantenfamilien Datenerfasser der NRW-Landesregierung mit am Tisch und schreiben auf, wer wann in welchem Haushalt wie oft Deutsch spricht? Nein, so weit geht dann selbst die NRW-Regierung nicht. Sie hat in einem Erhebungsbogen die Migranten gefragt, welche Sprache in den betreffenden Haushalten vorwiegend gesprochen wird. Das Ergebnis war wenig überraschend. Nur es bleibt die (unbeantwortete) Frage: stimmt das auch?