Was wir Deutschen brauchen

Vernon Anthony Walters war ein guter Mann. Geboren im Ersten Weltkrieg (1917 in New York), kämpfte er im Zweiten Weltkrieg als Soldat für die US-Armee. Nicht gegen Deutschland, das wird gern durcheinandergebracht, er kämpfte gegen Hitler, so wie Stauffenberg auch.
Über fünf Jahrzehnte diente Walters acht verschiedenen US-Präsidenten. Eine ziemliche Leistung. Wer kann sowas schon vorweisen? Noch nicht mal Lothar Matthäus, der aber immerhin über vier Jahrzehnte (1979 bis 2000) Profifußball spielte, auch eine grandiose Leistung. 

Walters war, und das macht ihn mir so sympathisch, was man im Volksmund einen Kommunistenfresser nennt. Wikipedia nennt ihn etwas seriöser einen „antikommunistischen Kämpfer im Kalten Krieg, zunächst in ausführender Rolle, später als Planer von offenen und verrückten Aktionen und Verhandlungen in aller Welt.“ 

Über seine Zeit als Geheimdienstler sagte Walters einen Satz, der aus einem Clint Eastwood-Film stammen könnte: „Ich werde nicht geschickt, wenn ein Erfolg wahrscheinlich ist. Eine meiner Hauptaufgaben ist es, die Letzte Ölung zu geben, kurz bevor der Patient stirbt.“

Zwischen 1972 und 1976 war Walters stellvertretender Direktor der CIA, 1985 bis 1989 Botschafter bei den Vereinten Nationen und in den Jahren der deutschen Wiedervereinigung US-Botschafter in Bonn (1989 bis 1991). 

Aus dieser Zeit stammt auch sein Zitat, das ungeheuerlicherweise nicht auf Wiki steht und das, da bin ich sicher, selbst Antiamerikaner mitgehen: „Was ihr Deutschen braucht, ist mehr Selbstachtung und Patriotismus. Ihr habt das Recht dazu. Ihr seid ein grosses Volk, das der Welt unermessliche Kulturschätze geschenkt hat, Schätze der Wissenschaft und Kunst.“
Wie Recht er hatte. Wie verdammt Recht.