Bundestag diskutiert über Neuregelung der Organspende

In Deutschland gibt es zu wenig Organspender. An dieser Tatsache führt kein Weg vorbei. Die Wartelisten und vor allem die Wartezeit für die auf ein Spenderorgan angewiesene Patienten ist hierzulande oftmals derart lang, dass viele von ihnen sterben, bevor ein Organ zur Verfügung steht. Im Bundestag wird zur Stunde über eine Neuregelung zur Organspende debattiert. Zwei Optionen stehen zunächst zur Disposition: die von Jens Spahn initiierte und befürwortete Widerspruchslösung oder die Entscheidungslösung. Die AfD will einen eigenen, von beiden Vorschlägen abweichenden eigenen Antrag in die Debatte einbringen.
Spahns Widerspruchslösung sieht vor, dass grundsätzlich jeder Mensch nach seinem Ableben als Organspender fungieren wird; es sei denn, er hat einen entsprechenden Widerspruch hinterlegt. Kritiker bezeichnen diesen Ansatz mitunter recht plakativ als »staatliche Legitimation zur Ausschlachtung«. Mindestens aber handelt es sich um eine Form des Sozialismus: der Verstorbene soll nach seinem Ableben dem Kollektiv zur Verfügung stehen.
Die Entscheidungsregelung sieht vor, dass definitiv eine Zustimmung des zukünftigen Spenders vorliegen muss. Allerdings sollen Hausärzte dazu verpflichtet werden, ihre Patienten regelmäßig – mindestens alle zwei Jahre – in Richtung der Zustimmung zu einer Organspende beraten. Auch bei der Verlängerung des Personalausweises soll die Bereitschaft zur Organspende abgefragt werden.
Der Vorschlag der AfD geht ganz weg von diesen beiden Optionen. Die Widerspruchslösung wird rundweg abgelehnt, auch der Entscheidungslösung kann man wenig abgewinnen. Stattdessen sollte durch mehr Öffentlichkeitsarbeit das Bewusstsein für und die Bereitschaft zur Organspende erhöht werden. Allerdings sollte der dann folgende Eingriff den Fachmedizinern und Krankenhäusern vorbehalten sein und die Organe nicht in die Obhut dubioser Vereine oder Stiftungen gelangen, die diese Organe dann meistbietend verkaufen, wie es in den vergangenen Jahren oftmals publik wurde.