Klimaforschung oder Agendawissenschaft?

Die Temperatur in 2.000 Metern Tiefe habe im vergangenen Jahr um 0,075 Grad über den 30-jährigen Mittel von 1981 bis 2010 gelegen, heißt es in der Zusammenfassung der vom Chinesen Cheng Lijing vom Institut für Atmosphärenphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften als Lead-Author verantworteten Arbeit. Schon die präzise Temperaturangabe drei Stellen hinterm Komma macht jeden stutzig, der auch nur ein wenig Erfahrung mit Temperaturmessungen und der Mittelwertbildung im Meer hat. Jedenfalls wirft das die Frage auf: Geht es diesen in staatlichen Instituten arbeitenden Wissenschaftlern wirklich um gesellschaftlich nützlichen Erkenntnisgewinn oder geht es Ihnen nicht vielmehr um etwas ganz anderes?

Nach Aussage des Co-Lead-Autors John Abraham von der St.-Thomas-Ingenieurschule in Minnesota erlaubte die genaue Berechnung der Durchschnittstemperatur der Weltmeere eine realistische Abschätzung der Wärmemenge, die die Meere in den letzten Jahrzehnten aufgenommen haben. Diese entspreche der Explosion von 3,6 Milliarden Atombomben vom Hiroshima-Typ. Seit 1970 sei die Erderwärmung infolge der wachsenden Emission von Treibhausgasen zu über 95 Prozent in die Ozeane geflossen. Nur vier Prozent hätten sich in der Aufheizung der Atmosphäre und der Landflächen niedergeschlagen. Die Meere seien schon jetzt wärmer als jemals zuvor und ihre Erwärmung werde noch weiter voranschreiten, selbst wenn es gelingen sollte, die Temperatur der Atmosphäre dem Pariser Klima-Abkommen entsprechend zu stabilisieren. „Was wir jetzt messen, ist nur die Spitze des Eisberges von dem, was noch kommt“, lässt sich Abraham in der Presse zitieren.

Deshalb plädiert er für eine deutliche Reduktion der Emission von Treibhausgasen durch den Einsatz regenerativer Energien und einen allgemein intelligenteren und sparsameren Energieeinsatz: „Das Tempo und das Ausmaß der Meereserwärmung und die damit verbundenen Risiken nehmen mit weniger Treibhausgasemissionen zumindest ab.“ Auch für die übrigen Autoren steht, wie es scheint, außer Zweifel: Steigende Meerestemperaturen führen zu mehr Wetterextremen wie Wirbelstürmen und Starkregen oder auch extreme Trockenheit. Auch großflächige Waldbrände wie aktuell in Südaustralien und davor im Amazonasgebiet und in Kalifornien hingen mit der Meereserwärmung zusammen, behaupten sie. In den Meeren selbst drohten Sauerstoffarmut und damit zusammenhängende Fischsterben. Nicht zuletzt steige der Meeresspiegel durch die thermische Ausdehnung des Wassers. Und das alles wegen einer Temperaturerhöhung von gerade einmal 0,075 Grad Celsius!  Offenbaren die Autoren damit nicht, dass sie weniger durch wissenschaftliche Neugier als durch eine politische Agenda motiviert sind?

Ein unvoreingenommenes Messen und Interpretieren der Meerestemperatur hätte wahrscheinlich zur Frage geführt, ob es denn stimmt, dass in wärmeren Perioden der Erdgeschichte mehr Wetterextreme nachweisbar sind als in kühleren. Denn nach allem, was wir aus der Geschichtsschreibung über die so genannte Kleine Eiszeit im 17. Und 18. Jahrhundert wissen, handelte es sich dabei um eine stürmische Zeit mit vielen Wetterextremen und Missernten, während das deutlich wärmere Hochmittelalter als vergleichsweise ruhige Periode mit guten Ernten bekannt ist. Offenbar macht Politisierung die Wissenschaftler blind für solche Ungereimtheiten.

 

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