Die Grünen werden 40 – und bleiben trotzdem Kinder

Von Liana | Vierzig Jahre – das ist ein Alter, in dem man normalerweise anfangen sollte der Realität ins Auge zu blicken. Die Jugendzeit ist mehr als endgültig vorbei, man hat auf seinem Lebensweg einiges gesehen. In der Pubertät mischte man vielleicht noch bei den harten Kerlen mit und rief Sätze wie:“ Deutschland verrecke!“ oder „Hurra, ein Bulle brennt“. Man setzte sich für skurrile Dinge ein, wie die Legalisierung von Pädophilie, man machte viele Fehler. Man studierte, acht Semester Kunstgeschichte, oder soll es doch eher Philosophie sein? Und weil man ein engagierter grüner Student war, unterstützte man natürlich die örtlichen Maoisten, besetzte fremde Häuser und referierte über Enteignung. Jugendsünden?

Mit der Zeit wird man älter. Für die Grünen hieß das: Regierungsbeteiligung im Bund von 1998 bis 2005. Unter Joschka Fischer in den Jugoslawien Krieg. Schluss mit dem Pazifismus, nun steht Pragmatismus auf der Tagesordnung. Und bald merkt man: Die Spießer von damals, gegen die man sich auflehnte, sind weg.  Die Gesellschaft hat sich gewandelt und nun ist man nicht mehr der Rebell, kann es gar nicht mehr sein.  

Man hat keine Eltern mehr gegen die man sich wehren muss. Nein, man ist genau zu diesen Eltern, zu diesen Spießern geworden. Man ist Establishment, man beherrscht den Diskurs und vielleicht sogar die Gesellschaft. Und so beginnt man, einen angeblichen gesellschaftlichen Konsens im Rücken, all die jenigen zu bekämpfen die nicht ins Weltbild der Grünen Forderungen passen (wollen). Und selbst die ehemals konservative Partei CDU übernimmt nun Themen der Grünen.  

Mit Alter der Partei verändern sich die Maßstäbe nicht. Man ist zwar kein Kind mehr, benötigt aber trotzdem Erziehung: Auch als Erwachsener Mensch braucht man Verbote, so die Denke der Grünen.  Ein Verbot für Feuerwerke, für Autos in Innenstädten, ich könnte die Liste munter so weiterführen.  Obwohl die Partei nun vierzig Jahre alt ist, sie bleibt wohl immer ein Kind.