Milliardendiebstahl getarnt als Überschuss

Der Verfasser dieser Zeilen erinnerte sich eines Ausspruchs vom Afrika-Experten Stephen Smith. Das Königreich der gefälschten Statistiken ist nur eine Provinz im Imperium des schlechten Willens.

Was veranlasst den Verfasser dieser Zeilen zu derart düsteren Erinnerungen. Die österreichische Bundesregierung verkündet eine Milliarde Euro im Budget gefunden zu haben.

Jubel, Trubel, Heiterkeit. Ein Glücksfall. Welch unverhoffte Freude. Ein Geschenk des Himmels.

Als hätte man einmal irgendwo einen größeren Betrag versteckt, auf diesen vergessen und nun zufällig gefunden.

Die Regierung überschlägt sich vor Euphorie. Erst wenige Tage im Amt und wir dürfen dem Bürger eine Milliarde Euro darreichen. Dankesschreiben richten Sie bitte an das Finanzministerium sowie an das Bundeskanzleramt.

Der leidgeprüfte Steuerzahler gelangt hingegen zu profaneren Vermutungen. Erstens: Das Geld gehört sowieso ihm. Zweitens: Die können nicht rechnen. Drittens: Kreative Buchführung ist auf staatlicher Ebene offenkundig legal.

Sollte Otto-Normal-Verbraucher einer derartigen Fehlkalkulation unterliegen, werden ihm die Häscher des Sheriffs von Nottingham auf den Hals gehetzt. In Form von Finanzprüfungen.

Da der Sheriff von Nottingham in der finanzpolitischen Nahrungskette unangefochten an der Spitze steht, darf er unbeschadet agieren.

Die Freude ob der zusätzlichen Milliarde bleibt auch in Kenntnis der Effizienz unseres Staatsgebildes getrübt. Es ist alles andere als übertrieben zu behaupten, dass das Geld ohnehin wirkungslos versickert, versandet sowie strandet.

Der leidgeprüfte Steuerzahler würde sich mehr darüber freuen, wenn die Milliarde „Überschuss“ gar nicht erst von seinem Konto abgezogen worden wäre.

Der Verfasser dieser Zeilen darf auf ein einfaches Beispiel verweisen: Vom Bahnhof fährt ein Schülerbus ab. Jeder einzelne Sitzplatz ist belegt. Die Kinder sitzen am Gang. Im Falle einer Bremsung kann es zu ernsthaften Verletzungen kommen.

Eine verantwortungsbewusste Verkehrsministerin würde ihr Augenmerk auf effizienteren wie sicheren Schülerverkehr richten.

Die aktuelle will hingegen die Welt retten. Die Schüler sollen freitags die Schule schwänzen. Auch wenn sie von Montag bis Donnerstag mit Blessuren rechnen müssen.

Hauptsache die Ministerin ist jung, fesch, weiblich und spart CO2 ein. Eigene Kinder sind nicht überliefert…

[Autor: G.B. Bild: Screenshot “Robin Hood” Lizenz: ]

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