BKA-Chef: Es gibt keinen Kontrollverlust der Sicherheitsbehörden

Junge Freiheit

BERLIN. Trotz des Terroranschlags vom Breitscheidplatz in Berlin, der linksextremen Randale vom G20-Gipfel in Hamburg und der Flüchtlingsrandale in Ellwangen sieht BKA-Chef Holger Münch keinen Kontrollverlust deutscher Sicherheitsbehörden. „Die geschilderten Fälle haben in den Köpfen der Menschen fatale Bilder hinterlassen. Aber diese Fälle zeigen auch, daß der Rechtsstaat nicht zurückweicht, sondern sich durchsetzt und aus Fehlern lernt“, sagte Münch der Bild-Zeitung.

„Wir haben nach dem Fall Amri die Koordination im Gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum verbessert und neue Instrumente eingeführt. Wir konnten im vergangenen Jahr drei Anschläge vereiteln. Nach dem G20-Gipfel wertet die Polizei in Hamburg alle Materialien aus und fahndet inzwischen auch international nach den Tätern. In Ellwangen haben wir uns ebenfalls durchgesetzt.“

Achtsamkeit angebracht

Der BKA-Chef betonte, das Risiko, in Deutschland Opfer eines Terroranschlags zu werden, sei „sehr gering“. Achtsamkeit sei zwar angebracht, die Bürger sollten deshalb aber ihr Verhalten und ihren Alltag nicht grundlegend ändern. „Denn dann hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht.“

Die Sicherheitsbehörden registrierten derzeit zwar eine hohe Gefahr durch ISIS-Sympathisanten, die aggressiv zu Einzeltäter-Aktionen aufriefen. Die Fähigkeit zu größeren, komplexen terroristischen Angriffen wie in Paris oder Brüssel sei aber durch den Ermittlungsdruck der Polizei zurückgegangen. (krk)

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