Wie aus Maaßens stabilem Lanz-Auftritt eine Blamage der patriotischen Bewegung wurde

Eine neue Infektionskrankheit greift in patriotischen Online-Kindergärten um sich. Da gebildete Individuen in diesen Kreisen so selten anzutreffen sind, wie geimpfte, steigt die Zahl der Betroffenen derzeit rapide an.

Der Auftritt des ehemaligen BfV-Präsidenten Hans-Georg Maaßen beim ZDF-Talker und Schwiegermuttersöhnchen Markus Lanz, sorgt derzeit für mächtigen Wirbel in den debilsten und planlosesten Ecken des patriotischen Lagers.
Als zumindest mit durchschnittlichem IQ gesegneter Mensch, ist man natürlich schon einiges aus gewissen Abgründen der patriotischen Bewegung Deutschlands gewohnt aber auch erfahrene Patrioten-Beobachter können noch immer von neuen geistigen Negativrekorden aus diesen Kreisen überrascht und erneut an den Rand der Verzweiflung getrieben werden.
Was ist also der aktuelle Hirnschiss aus dem Patrioten-Sumpf?
Mal wieder geht es um nicht zu beweisende viral verbreitende Gerüchte bezüglich niederträchtiger Machenschaften des Mainstreams. Geheime Boshaftigkeiten, die nur echte Patrioten bemerken und anprangern können. Angeblich habe das ZDF (oder die Produktionsfirma der Lanz-Sendung) die Aufzeichnungen der Sendung mit Maaßen MANIPULIERT!?!

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Schon die Tatsache, dass diese Sendung (wie es absolut üblich ist) vor der Ausstrahlung aufgezeichnet wird, weckt das Misstrauen der patriotischen Spürnasen. Auf die Idee, dass vielleicht nur echte Patrioten die Zeit haben, mitten in der Woche um Mitternacht herum in einem Fernsehstudio zu sitzen, kommen die widerständigen Findefüchse natürlich nicht.
Auf einer mainstreamkritischen Internetseite las ich heute sogar, dass das Publikum wohl handverlesen sei, weil (Achtung, festhalten!) man sich online als Zuschauer anmelden könne.
Man möchte diese patriotischen Gehirnakrobaten fragen, wie denn die Zuschauer sonst an Karten kommen sollten, wenn nicht mit entsprechender Anmeldung? Verlosung unter allen GEZ-Zahlern? Arglose Opfer in Bars und Kneipen abfüllen und zu Lanz ins Studio karren? Man darf gar nicht weiter darüber nachdenken, wenn einem an der eigenen geistigen Gesundheit gelegen ist.
Der eigentliche Kern der Empörung ist allerdings der Verdacht, dass an dem aufgezeichneten Material verschwörerisch herum geschnitten worden sei (wahrscheinlich zu Maaßens Nachteil).
Aufmerksame patriotische Adleraugen wollen Schnittfehler und eindeutig nachträglich hineingeschnittene Lacher festgestellt haben. Unnötig zu erwähnen, dass keine Stelle in der online zur Verfügung stehenden Sendung den Eindruck erwecken würde. Nichts wirkt aus dem Kontext gerissen und keine Lacher hören sich seltsamer an als sonst. Man braucht wahrscheinlich schon ein echtes Patriotenhirn, um sich so eine Albernheit zusammenzufantasieren.

Was uns bei dieser Lanz-Sendung wirklich vorliegt, ist der stabile Auftritt eines Hans-Georg Maaßen, der zum vorhersehbaren medialen Tribunal antrat und sich überraschend gut schlug. Er wich nicht zurück, knickte nicht ein und machte seine Punkte relativ deutlich. Er war scheinbar nicht so naiv in die Sendung gegangen, zu erwarten, dass es dort um einen ernsthaften argumentativen Austausch ginge und man wirklich hören wolle, was er zu sagen habe oder wie er bestimmte Dinge bewerte. Maaßen war angriffslustig und stellenweise sogar humorvoll süffisant. Einen wirklichen Sieg davontragen konnte er von Anfang an nicht, aber er ging nicht als Verlierer vom Platz, sondern brachte Lanz in die Verlegenheit seine Absichten und gesprächsqualitativen Unzulänglichkeiten nicht mehr verbergen zu können. Maaßen ging offensiv die Narrative des Mainstreams an und akzeptierte, wie er selbst sagte, diese nicht. Er war nicht bereit das Lanz-Spiel zu spielen. Dadurch ließ er sich nicht in die Defensive drängen und konnte immer wieder punkten.

Viele AfD-Politiker können sich von Maaßens Auftritt ein paar fette Scheiben abschneiden, wenn es um die Frage geht, wie man sich medial bewegen sollte.

Dass Teile der Online-Patrioten dies alles nicht begreifen würden und sich wieder in ihrem Wahn verlieren, war wohl so erwartbar.