Christian Rainer – Totengräber des „profils“?

Auflage ging unter Rainer steil bergab

Sein selbstsicherer, modebewusster Auftritt scheint in eklatantem Widerspruch zur Entwicklung seiner Zeitschrift zu stehen. Die Rede ist von Christian Rainer. Jenem selbstbewusstem Medienmacher, der kaum ein Society-Event auslässt, um den Käufern und Abonnenten des „profil“ jene schicke Garderobe vorzuführen, die er von ihrem Geld erworben hat.

Rainer ist seit 1998, also seit bald 22 Jahren, Herausgeber des „profil“. Und es mangelt ihm nicht an Selbstbewusstsein, schließlich meinte er kürzlich in einem Interview: „Ich glaube nicht, dass ‚profil‘ an Relevanz verloren hat.“ „Unzensuriert.at“ hat einen Blick auf die Zahlen geworfen. Und der verrät anderes. Ganz anderes:

1998 kam die Druckauflage auf knapp 100.000 Exemplare. Im Inland gingen ca. 37.000 Stück an Abonnenten, 30.000 über den Ladentisch. Macht eine verbreitete Auflage von ca. 70.000.

2019 kommt die Druckauflage auf knapp über die Hälfe, auf etwas über 50.000 Stück. Im Inland verbreitet davon ca. 30.000 Print-Abos (+13.000 als e-Papier) und nur knapp unter 5.000 Ladenverkäufe – das ist bei den Ladenverkäufen ein Einbruch von über 80%. Den Rest auf die knapp 50.000 Stück machen dann Gratisvergabe und Großverkauf aus.

Auf Christian Rainers stolzes Salär dürften die sinkenden Druckzahlen allerdings keine Auswirkungen haben. Schon 2008 soll er – laut „Standard“-Bericht – 8.600 Euro netto bezogen haben. Und jetzt?

[Autor: A.L. Bild: www.wikipedia.org/Manfred Werner – Tsui Lizenz: CC BY-SA 3.0]

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