Priester sollen »Selbstmord auf Verlangen« begleiten

Der von Franziskus an die Spitze des Vatikanischen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben eingesetzte Erzbischof machte die skandalöse Aussage während eines Symposiums am 10. Dezember.

Diskutiert wurde »Religion und Medizinische Ethik: Palliative Sorge und geistige Gesundheit von Senioren«. Das Treffen fand vom 10.-12. Dezember in Rom statt und hatte sich zum Ziel gesetzt Katholische und muslimische Perspektiven zu Lebensschutz zusammen zu bringen. ES wurde von der Qatar Foundation mitfinanziert, wie LifeSiteNewsberichtete.

Paglias Kommentar war Antwort auf die Frage eines Journalisten bezüglich einer Verlautbarung der Schweizer Bischöfe, das Priester und katholisches Personal dazu auffordert, den Raum zu verlassen, bevor eine tödliche Spritze verabreicht wird, um den Tod eines Patienten herbeizuführen.

Die Schweizer Bischöfe wollen damit auf die wachsende Selbstmordrate im Beisein eines Arztes in der Schweiz antworten.

Paglia gab zu, das Dokument nicht »detailliert« gelesen zu haben, aber er kommentierte trotzdem: »Wir sind gegen begleiteten Selbstmord, weil wir nicht die schmutzige Arbeit des Todes machen wollen und weil wir uns sehr wohl bewusst sind, dass für Gläubige, das Leben weitergeht.«

»Ich würde gerne alle Ideologie von dieser Sache trennen, für alle und für immer. Wenn jemand sich sein eigenes Leben nimmt, bestätigt dies das Versagen der Gesellschaft, aber nicht Gottes. Gott lässt nie jemanden im Stich.«

Das päpstliche Dokument Evangelium Vitae von Johannes Paul II., das das Kirchenlehramt in dieser Sache klar wiedergibt, bestätigt, dass die Euthanasiebewegung eng mit einer hedonistischen Lebensauffassung zusammenhängt. (Nr. 64). Euthanasie ist eine »schwere Verletzung des göttlichen Gesetzes« (Nr. 65) und das eine Beihilfe zum Selbstmord kein Akt der Liebe, sondern ein »falsch verstandenes Mitleid« und »Perversion« ist. »Die Selbstmordabsicht eines anderen zu teilen und ihm bei der Ausführung durch die sogenannte ‚Beihilfe zum Selbstmord‘ behilflich zu sein, heißt Mithelfer und manchmal höchstpersönlich Täter eines Unrechts zu werden, das niemals, auch nicht, wenn darum gebeten worden sein sollte, gerechtfertigt sein kann. […] Auch wenn sie nicht durch die egoistische Weigerung motiviert ist, sich mit der Existenz des leidenden Menschen zu belasten, muss die Euthanasie als falsches Mitleid, ja als eine bedenkliche ‚Perversion‘ desselben bezeichnet werden: denn echtes ‚Mitleid‘ solidarisiert sich mit dem Schmerz des anderen, tötet nicht den, dessen Leid unerträglich ist.«

Paglia scheint diese Stellen des Lehramtes nicht zu berücksichtigen, was besonders in seiner Funktion tragisches Ausmaß annimmt.

Erzbischof Paglia sagte weiter: »Ich zelebriere immer Begräbnisse für jene, die Selbstmord begangen haben, denn Selbstmord ist immer eine Frage der unerfüllten Liebe. Wir müssen uns daran erinnern, dass für die Katholische Kirche, jemand der sagt, Judas sei in der Hölle, ein Häretiker ist.«

Besonders der letzte Satz ist aufsehenerregend, da es zahlreiche Belege für das Gegenteil in der Lehre der Kirche, in der Heiligen Schrift, bei den Kirchenvätern und den Kirchenlehrern gibt. Papst Leo der Große, der hl. Augustinus, der hl. Thomas von Aquin, die hl. Katharina von Siena, der Katechismus vom Konzil von Trient und die Liturgie sind sich alle des Schicksals von Judas Iscariot einig.

Das Personen wie Vincenzo Paglia in zentralen Ämtern im Vatikan walten können, beweist eine vollkommene Unkenntnis und Unfähigkeit von Papst Franziskus. Immer wieder befördert er Personen, die seine eigene ideologische Linie teilen, ohne Rücksicht auf Qualifikation oder Kenntnis. Die jüngsten Aussagen Erzbischof Paglias machen dies wieder deutlich.

(jb)