„Mama Zirkus“: Wie 1984 auf einen Identitätsraub hereinfiel

Gestern war ein schwarzer Tag für 1984. Wir haben eine Frau an den Pranger gestellt, sie aufs Übelste beleidigt, die nichts verbrochen hat. Das hätte nicht passieren dürfen.
Dass bemerkenswerte Twitter-Tweets von ganz normalen Menschen in aktuelle Berichterstattungen eingebaut werden, ist völlig normal. Doch wir gingen ja weiter und schrieben einen ganzen Artikel über die Hetze auf den Feuerwehrmann, der in Augsburg totgeschlagenen wurde. Man könnte sagen, auch das wäre legitim im Sinne von berichtenswert gewesen, da zehntausende Menschen in den sozialen Netzwerken vor Wut kochten, der Fall so relevant war, dass selbst die Polizei erste Ermittlungen aufnahm. Das könnte man sagen, es würde nur nichts ändern, der Artikel über „Mama Zirkus“ hätte nie erscheinen dürfen. Auch nicht in einer neutralen Form, also ohne die Beleidigungen. 

Wir hätten uns absichern m ü s s e n

Das wir uns nicht missverstehen: Wären die Tweets tatsächlich von „Mama Zirkus“ gewesen, stünden wir zu unseren Beleidigungen, schließlich kochten auch wir vor Wut. Doch der Fehler begann früher. In so einem Fall hätten wir prüfen m ü s s e n, ob der nicht verifizierte Twitter-Kanal wirklich von „Mama Zirkus“ stammt. Das haben wir versäumt und das ist unverzeihlich.
Eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Wut und das ewige Bestreben, möglichst die Ersten zu sein, die berichterstatten, hat unsere Hirne gestern Abend vernebelt. 

„Mama Zirkus“ löschte ihren YouTube-Kanal um ihre Kinder zu schützen

Ich habe „Mama Zirkus“ noch gestern Nacht geschrieben, sie um Entschuldigung gebeten und ihr angeboten, unsere Falschbehauptungen auf meinem YouTube-Kanal richtigzustellen und als klitzekleine Wiedergutmachung für ihren YouTube-Kanal zu trommeln, sodass sie ein paar 1000 Abos mehr bekommt.
Ich denke, sie hat meine Entschuldigung angenommen, sie gab meiner Nachricht ein Herz, schrieb umgehend und freundlich zurück. Leider kann sie auf mein Angebot, für ihren Kanal zu trommeln, nicht eingehen, da sie ihren YouTube-Kanal bereits gestern Abend gelöscht hat, um, wie sie sagt, ihre Kinder und sich zu schützen.
Ich halte das für einen Fehler. Ich würde Dir empfehlen, „Mama Zirkus“, Deine vermeintliche Niederlage in einen Sieg umzuwandeln. Hol Dir Deinen YouTube-Kanal zurück (das ist technisch möglich). Die Sympathien der Menschen liegen nun auf Deiner Seite. Jeder kann ich sich vorstellen, was es bedeutet, wenn einem die Identität gestohlen wird. Ich bin sicher, Deine Abo-Zahlen würden explodieren. 

Eben, beim Schreiben, kam mir die Idee, eine Spendensammlung für „Mama Zirkus“ zu machen. Doch dann dachte ich: Warum sollten andere für unsere Fehler haften? Deshalb werde ich „Mama Zirkus“ anbieten, ihr aus unserer Tasche eine kleine Entschädigung zu zahlen (wir halten Euch auf dem Laufenden).

T-Online instrumentalisiert „Mama Zirkus“ für Hetze gegen „Rechts“

Das Netzportal T-Online berichtete über den Identitätsdiebstahl. Der Artikel eines Lars Wienand, der sich nicht zu blöd ist, sich als deutscher Autor „Head of Recherche“ zu nennen, ist weitestgehend in Ordnung. Auch, dass er mich namentlich benannte, völlig okay. Dass er allerdings Screenshots unseres Ursprungsartikels, der sämtliche Beleidigungen enthielt, einbaute, belegt glasklar: Wienand ging es nicht darum „Mama Zirkus“ reinzuwaschen, „Mama Zirkus“ ist ihm völlig egal, ihm ging es nur um Eines: der AfD, 1984 und mir zu schaden. Grund: Seiner Meinung nach ist unser liberal-konservatives Magazin eine „rechte Hass-Seite“ und außerdem würde ich ja aus „dem AfD-Umfeld“ stammen. 

Das ist erbärmlich Wienand, dafür solltest Du Dich fast so sehr schämen, wie ich mich für unseren Ursprungsartikel schäme.