Müller und Stegner sind raus, Maas braucht zweite Abstimmungsrunde

Der Vorstand der Bundes-SPD besteht aus 34 Mitgliedern. Auch er wurde beim Bundesparteitag neu besetzt. Für den einen oder anderen Politiker wartete diese Wahl mit einer bösen Überraschung auf. So wurde Heiko Maas, immerhin Bundesminister, erst in der zweiten Runde wieder in den Vorstand gewählt. So ist er auch zukünftig im Gremium vertreten. Zwei andere bundesweit bekannte SPDler sind hingegen nicht mehr mit von der Partie.
Zum einen erwischte es den politisch überaus blassen Berliner Regierenden Bürgeremeister Michael Müller, der in der ersten Abstimmungsrunde glatt durchfiel und anders als Maas auf eine zweite, Gnadenrunde, verzichtete. Selbst in der eigenen Partei wird Müller sein fehlendes Charisma vorgehalten. Er habe keine Ausstrahlung, sei kein Netzwerker und wirke permanent überfordert.
Auch der selbsternannte Lautsprecher der Partei aus dem hohen Norden Ralf Stegner, in den sozialen Medien sehr präsent und dort als Pöbel-Ralle sehr berüchtigt, erlitt kolossalen Schiffbruch. Von seinen Hass- und Hetztiraden scheinen die anderen Genossen in der Zwischenzeit die Nase gestrichen voll zu haben. Jedenfalls fiel er in der ersten Abstimmungsrunde gnadenlos durch. Auch Stegner verzichtete auf die Gnadenrunde, um doch noch in den Vorstand aufgenommen zu werden.
Besonders peinlich dürfte für Müller und Stegner sein, dass ausgerechnet die wegen ihrer umstrittenen Doktorarbeit in die Kritik geratene Franziska Giffey auf Anhieb den Sprung in den Vorstand geschafft hat.