Broder: Warum die AfD verteufelt wird

Ob Henryk M. Broder tatsächlich erstmals Quatsch geredet hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Höchstwahrscheinlich nicht – ich kann mich zumindest an keinen erinnern. Was auch damit zusammenhängen könnte, dass ich den Ausnahmeautor sehr schätze. Und das, obwohl er mich bezüglich einer Interview-Anfrage einst mit den Worten entließ: „Und nun lass ich Sie mit Ihren Problemen gern allein“.
Weil ihm ein paar meiner Fragen nicht gepasst haben. Verständlich, mir würden meine damaligen Fragen heute auch nicht mehr gefallen, schließlich war ich seinerzeit noch ein LINKER, also israelkritisch (wer meint, rechts UND israelkritisch sein zu können, hat was nicht begriffen, aber das nur nebenbei).
Außerdem fand ich den Satz „Und nun lass ich Sie mit Ihren Problemen gern allein“ so dermaßen lässig, dass ich ihm einfach nicht böse sein konnte. Dutzende Male habe ich ihn in früheren Streitereien selbst in den sozialen Netzwerken als Rausschmeißer genutzt (heute streite ich mich nicht mehr virtuell – verschenkte Lebenszeit).
Doch genug gelabert, kommen wir zu Broders Quatsch:

Es gibt einen Grund, warum die AfD permanent als die Nazis von heute dargestellt wird. Es geht nicht darum, die AfD zu verteufeln. Nein, es geht darum, die Nazis zu verharmlosen.

Henryk M. Broder im Gespräch mit Tamara Wernli | YouTube | November 2019

Auch interessant auf 1984 – DAS MAGAZIN

Neues Format von Achse des Guten und Tichys Einblick

Broder & Tichy: Wie AfD ist Claudia Roth?

Die Lage der Nation 30 Jahre nach dem Mauerfall

Broder: Dieses Land bewegt sich nach unten – und zwar in Gänze

Altparteien in Thüringen erstmals in der Geschichte ohne Mehrheit

Broder: Es gibt keine Volksparteien mehr

Oh Mann, Wo fang ich an, wo höre ich auf? Selbstverständlich geht es darum, die AfD zu verteufeln! Hauptgrund liegt auf der Hand und ist auch Broder bekannt: Es geht um Macht und um Posten. Die Sache ist ganz einfach: 25 Prozent für die Alternative für Deutschland (da sind wir bald bundesweit, hoffe ich zumindest) bedeutet ein Viertel weniger Macht und ein Viertel Posten weniger. Völlig logisch. Begreift ein Dreijähriger.
In den weiteren Gründen, die es zweifelsohne gibt, möchte ich mich nicht erschöpfen, der Hauptgrund langt.
Erstens.

Zweitens: Die Schuldkultpriester der Altparteien suhlen sich doch geradezu in der Schuld der Nationalsozialisten! Weiß jeder.
Hier widerspricht sich Broder auch. Vor einigen Jahren, als sein Buch „Vergesst Auschwitz“ herauskam, hörte er sich nämlich noch ganz anders an. Ich bekomme den Wortlaut nicht mehr zusammen, aber sinngemäß meinte Broder: Politik und Medien wären nur deshalb so auf Auschwitz fixiert, damit sie guten Gewissens die Juden von heute kritisieren könnten.

Auch diesmal bin ich Broder nicht bös. Wer viel hinlangt, langt auch mal daneben.