AfD in Syrien: Gespräche mit Tourismusminister und Großmufti

Laut Frank Pasemann (AfD) lädt der syrische Tourismusminister den deutschen Außenminister Heiko Maas (SPD) „explizit ein, selbst nach Syrien zu reisen, um sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen”.

Berlin/Damaskus. Bereits seit Montag befindet sich eine Delegation der Alternative für Deutschland (AfD) unter der Leitung von Frank Pasemann und Waldemar Herdt in Syrien, um dort Gespräche mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zu führen. So traf sich die Kontaktgruppe Syrien der AfD-Bundestagsfraktion etwa mit dem syrischen Minister für Tourismus.

„Heiko Maas sollte selbst nach Syrien reisen”

In einer aktuellen AfD-Pressemitteilung heißt es, dass insbesondere das Bemühen Syriens, den wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus nach kriegsbedingten Einbrüchen wieder „mit Leben zu füllen”, Inhalt der Unterredung mit dem syrischen Minister für Tourismus gewesen sei. Neben den Sanktionen und der mangelnden Anbindung mit Direktflügen seien auch die „fortwährenden medialen und politischen Negativkampagnen in Deutschland und Europa” problematisch, wie man erklärte.

Laut Frank Pasemann, der die Delegation leitet, lädt der syrische Tourismusminister den deutschen Außenminister Heiko Maas (SPD) „explizit ein, selbst nach Syrien zu reisen, um sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen”. Maas sei auch eingeladen, eine eigene Delegation mitzubringen, „damit er sich nicht allein fühlen und fürchten muss.”

Tourismus als wichtige Säule der Befriedung und des Wiederaufbaus

Seit 2016 verzeichnet Syrien wieder steigende Touristenzahlen. Für Udo Hemmelgarn (AfD) ist der Wiederaufbau der Tourismusbranche „eine wesentliche Säule des Befriedungs- und Wiederaufbaus in Syrien”. Eine nachhaltige soziale Befriedung sei nur duch wirtschaftliche Restabilisierung möglich. „Die Bundesregierung muss ihre Haltung hier dringend ändern, um diesen Prozess nicht länger zu behindern”, so Hemmelgarn weiter. Man fordere die deutsche Bundesregierung daher erneut auf, zumindest auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene wieder in Beziehung mit Syrien und seiner Zivilgesellschaft zu treten. „Die ideologische Ignoranz der Bundesregierung ist schlicht verantwortungslos!”, kritisiert Hemmelgarn abschließend.

„Die Heimat der Syrer ist Syrien”

Am Donnerstag gab es außerdem Gespräche mit dem geistlichen Oberhaupt der Muslime in Syrien, dem Großmufti Ahmad Badr al-Din Hassoun. Darin betonten beide Seiten „ihre Übereinstimmung in wesentlichen Punkten hinsichtlich der Situation in Syrien sowie dem Agieren westlicher Regierungen”, wie es in einer weiteren Pressemitteilung heißt. Darin heißt es weiter, dass Großmufti Hassoun erneut deutlich klar stellte, „auf welch perfide Weise seine Aussagen insbesondere in bundesdeutschen Medien verzerrt wurden”.

Laut Jürgen Pohl (AfD) fand der Großmufti hinsichtlich der Situation in Syrien und der Haltung der westlichen Staatengemeinschaft klare Worte. „Wir stimmen mit Dr. Hassoun völlig überein, dass die Heimat der Syrer Syrien ist – und auch die nach Deutschland ausgewanderten syrischen Staatsbürger aufgerufen sind, in ihre Heimat zurück zu kehren, um sich aktiv am Wiederaufbau zu beteiligen”, so Pohl. Auch Pasemann betont, dass man mit dem Großmufti völlig übereinstimme. „Es ist ein unerklärliches und skandalöses Verhalten der Bundesregierung: nicht nur, dass sie Syrien um eine ganze Generation junger Männer beraubt, weil sie Deutschland bis zur Unkenntlichkeit überfremden will. Sie nutzt diese Menschen auch noch als Geiselpfand, wenn sie eine Rückkehr und Beteiligung am Wiederaufbau dieser Menschen verhindert, um einem gebeutelten Land fragliche Zugeständnisse abzupressen”, so Pasemann.

Sanktionen treffen Zivilbevölkerung am schlimmsten

Neben Gesprächen mit dem syrischen Außenminister und dem Großmufti kam es am Donnerstag auch zu Treffen mit verschiedenen Wirtschaftsvertretern und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen. Der Bundestagsabgeordnete Waldemar Herdt (AfD) teilte mit, dass sowohl die Regierung als auch Nichtregierungsorganisationen und Vertreter aus Wirtschaft und Handel einhellig betonten, dass die bestehenden Wirtschaftssanktionen nicht nur die Zivilbevölkerung am schlimmsten träfe, sondern auch, „dass durch diese der Wiederaufbau in den bereits befriedeten Teilen des Landes geradezu verunmöglicht wird”.

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