Wegen Nähe zur AfDDeutsch-Israelische Gesellschaft lädt Erika Steinbach aus

FRANKFURT/MAIN. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hat die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach ausgeladen, obwohl sie Mitglied der Vereinigung ist. Die Arbeitsgemeinschaft Frankfurt am Main feiert in dieser Woche ihr 40jähriges Bestehen, wozu die Stadt auch Steinbach eingeladen hatte. Steinbach ist Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung.

„Ich muß Ihnen leider mitteilen, daß Sie bei dieser Veranstaltung nicht willkommen sind und appelliere an Sie, von einer Teilnahme abzusehen“, heißt es in einem Schreiben an Steinbach, das von der Vizepräsidentin der DIG und Vorsitzenden des Ablegers in Frankfurt, Claudia Korenke, unterzeichnet ist.

Nähe zur AfD

Korenke eränzt: „Die DIG hat in der jüngsten Sitzung ihres Bundespräsidiums in Berlin beschlossen, Sie schriftlich aufzufordern, Ihre politischen Überzeugungen künftig nicht mehr mit Ihrer Mitgliedschaft in der DIG zu untermauern oder zu begründen.“

Grund dafür sei die Nähe Steinbachs zur AfD. Diese sei mit den Grundsätzen und Überzeugungen der DIG nicht vereinbar. „Unser Wertekanon setzt auf historische Verantwortung, Toleranz und basiert auf einem unverrückbaren Demokratieverständnis. Diese Kriterien werden von der AfD nicht erfüllt. Unser Eindruck ist, daß Sie die zunehmende Radikalisierung der Partei mit Überzeugung begleiten.“

Am Ende des Briefes unterstreicht Korenke noch einmal: „Gerade angesichts der vielen Jahre Ihrer Mitgliedschaft in der DIG und unserer persönlichen Bekanntschaft habe ich die herzliche Bitte, daß Sie von Ihrer Teilnahme am Donnerstag Abstand nehmen.“

Deutschland stimmte gegen Israel

Steinbach wies die Kritik zurück. Als DIG-Mitglied werde sie weiterhin die Haltung der Parteien zu Israel bewerten, schrieb sie auf Twitter. „Die AfD hebt sich positiv von den anderen Parteien ab. Mit Recht kritisiert sie, daß Deutschland den Anti-Israel-Resolutionen zugestimmt hat!“

Am vergangenen Wochenende hatte das „Dekolonialisierungskomitee“ der UN-Generalversammlung in acht Resolutionen Israel verurteilt. Deutschland stimmte siebenmal für sie. (ls)