Ein Brötchen auf Rechnung: Fünf Milliarden zusätzliche Kassenzettel

»Ein Brötchen, Bitte«. – »Macht 20 Cent.« – »Danke« – Und das wars. Damit ist es bald vorbei. Im Land mit den meisten Steuergesetzen müssen Bäcker bald einen Belegzettel ausstellen.
Ab Januar 2020 wird für jedes Brötchen eine Rechnung gestellt. Das sind bei 11.000 Betriebe mit zusammen 61.000 Verkaufsstellen nach Schätzung der Bäckerinnung etwa fünf Milliarden Kassenbons pro Jahr. Jeder Bon hergestellt aus gesundheitlich umstrittenem Thermopapier.
Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks verweist zwar zu recht auf die Doppelmoral: »Wir reden über Umweltschutz und diskutieren über die Reduktion von Coffee-to-go-Bechern, schaffen dann aber auf der anderen Seite Müllberge aus beschichtetem Papier«. Allerdings hat man dort das Regierungsprinzip nicht verstanden. Denn irgendwer muss den Klimawahn ja finanzieren. Und genau darauf spekuliert der Staat: Auf Mehreinnahmen, weil Steuerhinterziehung nicht mehr so leicht gemacht wird.
Im Bundesfinanzministerium weist man die Kritik zurück und erklärt, im Gesetz stehe nichts von Papier. Ein elektronischer Belege werde gleichfalls akzeptiert. Wie das gehen soll, erklären die Beamten allerdings nicht. Haben sie vielleicht insgeheim an einen Barcode auf Brötchen gedacht, den man einscannen kann ? Aber es soll Ausnahmen geben. Die sind jedoch nicht kodifiziert. »Das Bundesfinanzministerium höhlt damit die gesetzlichen Vorschriften aus«, erklärte ein Vertreter der Bäcker. »Man lässt die Bäcker alleine und im Regen stehen.«
Die Abrechnerei ist Aufwand. Und die Frage ist allein, ob der Aufwand sich rechnet. Das ist den Steuereintreibern egal. Sie müssen keine neuen Kassen einkaufen oder vorhandene mit neuer Software nachrüsten. Die Kosten belaufen sich nach Schätzungen auf einen jährlichen Betrag im fünf-stelligen Bereich. Für kleinere Betriebe wohl ein Desaster.
Ach so: Supermarktketten, die seit längerem ebenfalls Brötchen verkaufen, sind nicht betroffen. Bei ihnen ist der Bon teil des Systems.