Grosz: Der Toleranzfaschismus in der Diktatur der belanglosen Idioten

Beginnend mit dem Martinsfest im November, das aus Gründen
der säkularisierten Zeitgeistprostitution aus den Kindergärten wie manche
Fleischsorten verbannt wurden, leiten wir dank des toleranten Kniefalls des
geldgierigen Handels vom Weihnachtsstern in den Winterstern über, um
selbstredend das Weihnachtsfest in Winterfest umzutaufen, auf der Schlachtbank
der politisch Korrekten, der Toleranzprediger, der zurückhaltenden Feiglinge zu
opfern.

Dazwischen wird auch der Heilige Nikolaus samt dem Krampus
aus rein pädagogischen Gründen selbstverständlich in die ewige Pension
verräumt. Und auch die mit dem historisch schwer belasteten Namen
„Christkindlmärkte“ titulierten Versammlungen, auf deren einst
glühweingeschwängerten Wegen nun hübsche Betonpöller den Weg aus welchen
Gründen auch immer versperren, enden selbstverständlich als Wintermärkte.

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Auch der Advent wird übrigens nur mehr in
Einkaufswochenenden, Black Fridays und Cyber Mondays unterteilt. Es wird auch
nicht lange dauern, werden die Weihnachtskrippen ideologisch entleibt und in
„bäuerlicher Stall mit Gästehintergrund“ umgetauft. Und Letzteres bezieht sich
ausdrücklich nicht auf Ochs und Esel.

Dass wir das Totengedenken Allerheiligen und Allerseelen
längst mit dem Halloween-Geschrei nach Süßem oder Saurem getauscht haben, ist
hingegen der geistigen Invasion anderer Strömungen geschuldet, zeigt aber recht
eindeutig, wie rasch wir unsere eigene Herkunft zu vergessen gedenken, uns
einreden lassen, sich für sie zu schämen.

Die bald seit drei Jahrzehnten andauernden Bemühungen der
Kulturkämpfer, auch das Kreuz in der Öffentlichkeit zu verhüllen, ist insofern
schlüssig, als wir auch auf eine Gesellschaft der geistig Verhüllten zusteuern.
Eine Gesellschaft, deren Historie zur Unkenntlichkeit getilgt und neutralisiert
wurde, ohne sinnstiftende Identität inhaltlos und damit sinnlos dahinvegetiert,
hat sich übrigens aufgegeben. Restlos!

Wer seine eigene Kultur und seinen Glauben verleugnet, gegen
den Relativismus eintauscht, aus unbegründetem Entgegenkommen aufgibt, darf
sich aber nicht wundern, wenn er einst selbst eingetauscht wird, aufgegeben
wird. Der Toleranzfaschismus, gepaart mit der Ideologie der Gleichmacherei,
endet in einer gleichen Gesellschaft, und zwar in der Diktatur der belanglosen
Idioten.

Und bevor wir uns zu Ostern dann wiedersehen und vielleicht
aus Rücksicht auf Gefühle, das Hochamt des gekochten Eies feiern, sei ein Zitat
von Friedensreich Hundertwasser mit auf die Reise gegeben: „Wer die
Vergangenheit nicht ehrt, verliert die Zukunft, wer seine Wurzeln vernichtet,
kann nicht wachsen“.