Kahrs (SPD) fordert AfD-Verbot und politische Säuberungen im Staatsapparat – und bricht Interview ab

Während Parteifreund Ralf Stegner (60) auf Twitter allmorgendlich fordert, die AfD solle aus den Parlamenten vertrieben werden, geht der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs noch einen Schritt weiter. Er forderte im Juli 2019 nicht nur ein AfD-Verbot, er wollte auch gleich noch alle Beamten aus dem Staatsdienst entfernen lassen, die Mitglieder der AfD seien – als Vorbild dienten Kahrs hier offenbar die politischen Säuberungen seiner sozialistischen Vordenker.

afd verbieten. dann afd mitglieder aus dem beamtenverhältnis entlassen.

Johannes Kahrs (SPD) | Twitter | 7. Juli 2010

Nach den Morddrohungen gegen die beiden GRÜNEN-Politiker Claudia
Roth (64) und Cem Özdemir (53), wiederholte der „Chefhaushälter“ der
SPD-Bundestagsfraktion letzte Woche seine Forderungen in einem BILD-Interview. Man
müsse „klar sagen“, dass die AfD mit für diese Verrohung zuständig sei, so
Kahrs.

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WELT-Politredakteurin Ricarda Breyton wollte daraufhin von
Kahrs wissen, wie er sich denn ein solches Verbotsverfahren vorstellen würde.
Schließlich sind an ein Parteiverbot hohe Hürden geknüpft.

In dem 15-minütigen Telefoninterview, dass die Redakteurin
mit dem SPD-Politiker führte, nannte Kahrs zwar die Schritte, die nötig sein
für ein für ein Parteiverbot und wiederholte seine Forderungen, veröffentlichen
wollte er seine Thesen jedoch nicht.

Kahrs unzufrieden mit dem Gesprächsverlauf

„Offenbar unzufrieden mit dem Gesprächsverlauf“, so schreibt Breyton in ihrem Artikel auf WELTPLUS, „brach der Bundestagsabgeordnete das Interview vorzeitig ab. Sein Büro teilte später mit, dass es die Zitate nicht freigeben wolle.“

Auch bleibt Kahrs entscheidende Antworten schuldig. Auf
welcher Grundlage will er die AfD denn verbieten lassen? Gründe für ein Verbot
der Gesamtpartei liegen weder vor noch gehen die Behörden davon aus, die AfD
wolle die freiheitlich demokratische Grundordnung aktiv bekämpfen oder gar
abschaffen.

Genau wie Stegner ist Kahrs ein politischer Irrläufer, der –
ganz in sozialistischer Tradition – politische Gegner verbieten lassen,
wenigstens aber an einen öffentlichen Pranger stellen will.

Das funktioniert sogar, im Gegensatz zu Björn Höcke (AfD)
bleibt der mediale Aufschrei wegen des Interviewabbruchs von Kahrs aus.