Slowakei: Rücktritt eines der Vizepräsidenten des Parlaments

Sozialist pflegte enge Beziehungen zu fragwürdigem Oligarchen

Wo Rote Verantwortung tragen, kommt es zu Skandalen. Hier ist mitnichten die Rede von den seinerzeitigen Kinderheimen des sozialistischen Wien, wo Kinder dem Terror mancher Erzieher ausgesetzt waren und für handverlesen ausgewählte Pädophile (rote Bonzen?) als Sexspielzeug herhalten mussten.

Nein, diesmal geht es um einen der Präsidenten des slowakischen Nationalrats zu Preßburg. Der Genosse schreibt sich Martin Glváč. Der 52-jährige Jurist musste am 7. November auf Druck der Öffentlichckeit – und um einem drohenden Amtsenthebungsverfahren zuvorzukommen – von seinem Amt zurücktreten. Weil der Sozi recht enge Beziehungen zu einem gewissen Marián Kočner, einem milliardenschweren Oligarchen, gepflogen habe. Kočner gilt als  mutmaßlicher Auftraggeber des Mordes am Aufdeck-Journalisten Ján Kuciak und dessen Verlobter Martina Kušnírová am 21. Februar des Vorjahres. In der Folge hat sich auch der rote Premier Robert Fico nolens volens von seinem Amt verabschiedet.

Glváč spricht, no na, von einer politischen Intrige gegen ihn und begründet seinen Rückzug damit, er wolle seiner sozialdemokratischen Smer-Partei bei der nächsten Wahl (Frühjahr 2020) nicht schaden. Weniger sympathisch macht den Mann dessen Versuch, einen anderen Vizepräsidenten des Nationalrats, nämlich Béla Bugár, den Chef der slowakisch-magyarischen Hybrid-Gruppe Most-Híd (slowak./ung. für „Brücke”) anzupatzen. Der unterhalte, so Glváč, genauso enge Kontakte mit dem immens reichen  Kočner und sei deswegen ebenfalls rücktrittsreif. Bugár weist alles zurück, er denke nicht an eine Demission.

Für die slowakische Opposition – Liberale, patriotische Rechte und Christdemokraten – ist die ganze Sache ein gefundenes Fressen, weil die rote Smer-Partei und Most-Híd gemeinsam mit der Slowakischen Nationalpartei eine Regierungskoalition bilden.

[Autor: E.K.-L. Bild: www.wikipedia.org/Chuck Hagel Lizenz: ]

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